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Nadelspieltricksereien

Anscheinend habe ich eine Art “Geheimwaffe” im Kampf mit dem Nadelspiel.

Vorweg gesagt: Ich stricke eigentlich ganz gerne auf dem Nadelspiel, nur Ärmel, die schon am Pullover dran sind, die finde ich einen Krampf. Wenn jemand einen Trick weiss, wie ich Runden stricke ohne ständig den ganzen Pulli wieder “enttötseln” zu müssen – her damit!

Jedenfalls zeige ich euch heute, wie ich meine kleinen Projekte auf dem Nadelspiel aufbaue, denn das scheine ich anders zu machen als viele andere. Zeigen möchte ich es euch anhand eines Socken der gerade auf meinen Nadeln ist:

Nadelspiel3
1. Maschen anschlagen

Nadelspiel2
2. Maschen anstricken

Nadelspiel1
3. Maschen anordnen

Nadelspiel4
4. Maschen verteilen

Maschen anschlagen

Wenn ich mit einem Bündchen anfange, beiße ich in den sauren Apfel und schlage die Maschen auf einer einzelnen Nadel an. Es wird ja oft empfohlen, dass man zwei Nadeln zusammenhalten soll, damit die ersten Maschen leicht strickbar sind. Bei mir wird aber die Kante vom Bündchen dann immer zu locker. Also schlage ich locker auf einer Nadel an, und nehme bei bestimmten Garnen einfach eine Nadel in einer Nummer größer als die mit denen ich stricken werde. Für Socken nehme ich zB eine 3,5mm Nadel.

Maschen anstricken – oder wie vermeide ich das Loch in der ersten Runde

Für rundgestrickte Projekte schlage ich immer eine Masche zuviel an. Am Ende der ersten Runde stricke ich dann die erste und die letzte Masche zusammen, und die Maschenanzahl stimmt wieder. So verschwindet das übliche Loch am Anfang und man muss es nachher nicht friemelig zusammennähen.

Maschen anordnen – oder wie vermeide ich den sichtbaren Nadelübergang

In der ersten Runde stricke ich direkt im Bündchenmuster von der größeren Nadel auf die vier kleineren Nadeln runter, zB 1 links 1 rechts. Dabei versuche ich immer die erste Masche auf der Nadel als rechte Masche zu haben, die lassen sich erfahrungsgemäß leichter stramm ziehen. Die ersten zwei Maschen jeder Nadel stricke ich ein ein bißchen fester als die restlichen, durch die Schwerkraft zieht sich das immer schön gleichmäßig. Nachher sieht es jedenfalls immer aus wie gekonnt 😉

Maschen verteilen – oder wie wechsle ich Farben mit gleicher Fadenspannung

Bei Mustern mit wechselnden Farben, zB Streifen oder auch Broken Seedstitch etc, kann es oft passieren, dass am Farbwechsel die Fadenspannung zu locker wird. Julia hatte das zum Beispiel mal beschrieben. Ich löse diese Problematik indem ich folgende Aufteilung der Maschen mache:

Für meine Socken in meiner Größe (40/41) brauche ich 64 Maschen pro Runde. Ich schlage also 65 an (s.o.).
In der ersten Runde stricke ich 20 Maschen von der größeren Nadel auf die erste Nadel des Spiels.
Dann kommen 2 Nadeln mit jeweils 16 Maschen (1/4 von 64).
Auf der vierten Nadeln können nach Adam Riese nur noch 13 Maschen landen (65-20-16-16). Die letzte davon schiebe ich auf die erste Nadel, und stricke sie mit der vierten Nadel mit der allerersten Masche zusammen (s.o.). Dann stricke ich noch 3 weitere Maschen der ersten Nadel auf die vierte.
Jetzt haben alle vier Nadeln jeweils 16 Maschen, der Rundenübergang liegt aber nicht am Nadelübergang, sondern vier Maschen davor.
Wenn ich jetzt einen Faden wechseln muss, kann ich die ersten vier Maschen der neuen Runde stramm abstricken, und gleichzeitig den alten Faden noch unter etwas Spannung halten. so wird der Farbübergang unsichtbar.

Macht ihr das auch so? Habt ihr noch andere Tricks für Nadelspiel-Nahkampf?

2 Gedanken zu „Nadelspieltricksereien

  1. Ich habe gerade fest gestellt, dass sich das Problem des Ärmel Verdrehens mit magic loop nicht stellt, da man die Arbeit einfach immer wieder zurück wenden kann. Also neue Lieblingsmethode entdeckt! Beim Nadelspiel vermeide ich das “Leitern” indem ich immer noch eine oder zwei Maschen der neuen Nadel auf die alte stricke bevor ich dir frei gewordene Nadel nehme. Dann muss man zwar mit Maschenmarkierern arbeiten, aber ich könnte mir eh nicht merken, welches die 1./2. Nadel ist.

    1. Hallo Maxi,
      das mit dem zurückwenden geht glaub ich beim Spiel auch, aber das geht ja erst “so richtig”, wenn der Ärmel schon recht lang ist, oder?
      Das mit dem immer zwei Maschen “weiter rutschen” mache ich auch manchmal 🙂 Wobei mir aufgefallen ist, dass ich das nicht machen muss, wenn ich einfach eine Nadelstärke kleiner stricke. Bei meinem Adventskalender habe ich mit der Rutschmethode aber aufpassen müssen wie ein Luchs, sonst hätte ich immer wieder meine Stelle im Muster verloren. Geholfen hat es auf kleinere Nadeln umzusteigen.

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