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Socktober 2016

Da ist er schon vorbei, der Socktober 2016.

Gefühlt habe ich schon den ganzen Sommer über Socken gestrickt und darüber gebloggt, denn die Entdeckung der Sockenwunder und Regia Pairfect in Kombination mit der Afterthought Ferse war einfach so ein Aha-Moment. Und so ist der Socktober vorbei gegangen, ohne dass ich weiter über Socken geschrieben habe. Immerhin passiv habe ich mit meinem aktuellen Pairfect Fimmel bei Tanja eine Socktober-Rolle gespielt 🙂

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Ja und der Pairfect Fimmel ist auch nicht vorbei. Er ruht nur. Weil die Sockenwunder diesen Monat anderweitig belegt waren. Einerseits habe ich Fargerik auf ihnen gestrickt, aber eben auch Socken. Drei weitere Paar Weihnachtssocken – denn ich bin früh dran dies Jahr. Nur für den Yetifußbruder fehlt jetzt noch ein Paar, sonst hab ich alle erledigt.

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Der älteste Bruder ist kürzlich umgezogen. Altbau. Ohne Fußbodenheizung. Daher bekommt er dicke Socken aus Alpakka Strømpegarn. Die habe ich Anfang des Monats im Flieger angeschlagen und auch recht weit gestrickt. Der erste ist ganz fertig geworden, der zweite fast. Es fehlt noch die Spitze und Ferse. Zwischenzeitlich brauchte ich aber die 3,5mm Nadeln für eine Maschenprobe mit höherer Priorität, also hab ich aufs Nadelspiel umgezogen und seitdem ruht die Socke. Kommt aber heute Abend mit vor den Fernseher und dann sollte meine Projektliste bei Ravelry auch wieder um ein WIP ärmer sein.

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Für den nächsten Bruder gab es letztes Jahr keine Socken, er verkündete dass er von Sockenwolle Schweißfüße bekäme. Aber dieses Jahr bin ich vorbereitet. Und zwar teste ich mich aktuell durch alle möglichen Garne, man will ja wissen was es so auf dem Markt gibt. Dabei gibt es positive Überraschungen und echte Reinfälle. Und eben auch ein Garn mit Bambusanteil. Besagter Bruder schwört seit einiger Zeit auf Bambussocken weil die auch in Baustellenschuhen ein gutes Fußklima machen würden. Na dann. Im Sommerurlaub hatte ich den ersten Socken schon fertig gestrickt, als Kontrastprogramm zur Pairfect mal mit „richtigem“ Muster, traditionelle Selbu-Rosen um den Schaft wurden es. Und im Socktober ist jetzt also der zweite Socken auch fertig geworden. Also fertig bis auf die Ferse. Durch die Afterthought Ferse habe ich eher kein Second Sock Syndrome mehr, aber dafür ein Heel-Syndrome!

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Denn als ich gerade mit der Ferse beginnen wollte brauchte ich mal wieder ein Unterwegsprojekt und hab mal fix auf den Sockenwundern ein weiteres Testgarn angeschlagen. Größe: Mutter. Dachte die Farbe passt, Farbverläufe findet sie prima, und ihr Blick auf das Knäuel war schon lange recht gierig. Ich erwähnte Reinfälle, ne? Das Garn trägt den Beinamen „Luxury Sock Yarn“, und hat einen wirklich stolzen Preis von 12,95€/100g. Und den ist es meiner Meinung nach nicht wert. Selbst mit den stumpfen Nadeln splitte ich den Faden in einer Tour. Eigentlich kein Wunder, denn der Farbeffekt kommt daher, dass zwei verschieden farbige Fäden verzwirnt sind. Aber nicht besonders fest. Meine Unzufriedenheit kommt aber auch daher, dass ich mir vom Farbverlauf viel mehr versprochen hatte.

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Die Farbteile sind jeweils sehr lang. Und irgendwie nicht besonders stimmig (finde ich). Entweder möchte ich dunkle Socken, oder helle. Beides zusammen eher nicht. Zum Teil finde ich die Abschnitte einfach nur unruhig, während andere Teile fast schwarz wirken. Und auch wenn ich meine Pairfectliebe ja einschränke, und sage dass ich gar keine 100% identischen Socken brauche – man darf ruhig sehen dass die selbstgemacht sind – hier ist selbst mir der Unterschied zwischen den zwei Socken etwas zu krass. Ein Außenstehender würde vermutlich meinen man hätte die Pippi Langstrumpf Variante mit zwei unterschiedlichen Socken gewählt. Nicht dramatisch, aber mir gefällt’s halt nicht so. Meiner Mutter übrigens auch nicht mehr. Dazu der mangelnde Strickspaß wegen Fadenspalterei, und mein Mojo für diese Socken ist echt dürftig.

Trotzdem kämpfe ich mich weiter. Zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden. Es gibt beschenkungswürdige 40er Füße genug in meinem Umfeld, und zur Not wäre mir auch egal welches Farbschema da meine Füßchen wärmt. Als #Tatortsocken werde ich sie fertig stricken. Hauptsache ich hab erstmal meine Sockenwunder wieder frei. Denn es wird auch ein Sockvember. Ein Paar in Größe 48 steht wie gesagt noch aus (Arne & Carlos wird mit Resten auf Yetigröße gestreckt). Und außerdem nahen die Geburtstage von zwei (jeweils erträglich mittelgroßen) Fußpaaren und es wurde um Socken gebeten (!!!).

Grundsätzlich stricke ich ja nur für sehr spezielle Menschen, meist solche die ich ewig kenne. Aber Ausnahmen bestätigen die geistige Fleixbilität: Den einen Empfänger kenne ich streng genommen kaum. Kennengelernt haben wir uns erst im Mai beim Rugby in Nashville. Aber es gibt halt so Menschen, mit denen klickt die Seele. Freundschaft auf den ersten Blick – und zwar wirklich! Vom anderen Ende des Raums und so. Also geht ein Paar Socken nach Schweden. Möglicherweise Pairfects.

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Das zweite Geburtstagspaar geht nach Berlin. Weil man da zu schnell kalte Füße kriegt. Daher auch hier das dicke Alpakka Garn. Wahrscheinlich gestreift in diesen beiden Farben. Aber das wird die Zeit zeigen, denn damit habe ich Zeit bis Anfang Sockzember 😉

Und weil hier noch so viel unfertig auf den kleinen Rundnadeln hängt verlinke ich diesen Teilaspekt meiner aktuellen Projekte zu Marisa’s auf den Nadeln Oktober.

 

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Fersengestaltung

Noch nicht mal Socktober, und trotzdem bin ich am Socken stricken wie eine Wahnsinnige.

Dass ich neuerdings immer mein kleines Sockenpaket aus Mini-Bag, Pairfect & Sockenwunder mit mir rumtrage macht sich echt bezahlt! Die diesjährigen Weihnachtssocken sind so gut wie alle fertig!

Wobei das alles noch unterstützt wird von der Entdeckung der Afterthought-Ferse (oder Nachtrags-Ferse, wie man sie scheinbar auf Deutsch nennt). Kombiniert mit den Mini-Rundnadeln formt diese Technik die Socken fast wie von selbst. Hier habe ich euch ja schon gezeigt wie ich für die nachträgliche Ferse vorsorge, heute zeig ich euch noch wie man das Loch für die Ferse wieder öffnet.

Und zwar mache ich das so:

Erst einmal stricke ich den ‚Sockenschlauch‘ ohne Ferse fertig. Also Spitze dran, vorne zunähen (kitchener’n), feddisch!

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Wenn ich dann beide Socken soweit fertig habe, nehme ich mir ein möglichst spitzes Nadelspiel in einer Stärke kleiner als die genutzten Sockenwunder. Unterwegs könnte man auch die Rundnadeln nehmen, aber die dünneren, geraden Nadeln machen es etwas weniger fisselig.

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Mit den Nadeln werden die Maschen für die Fersenöffnung wieder aufgenommen. Dazu nehme ich immer das rechte „Bein“ der Masche unter dem gelben Faden auf die dünne Nadel.

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Dann drehe ich den Sockenschlauch um, und wiederhole das Spiel auf der anderen Seite des gelben Fadens.

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Im nächsten Schritt zupfe ich den gelben Faden Masche für Masche zwischen den dünnen Nadeln weg.

Übrig bleibt eine Öffnung mit genau der Maschenzahl, die auch angeschlagen wurde.

Soweit so gut. Aber das ist ja keine Ferse, das ist eine Öffnung für eine Ferse.

Die scheinbar gängige Methode diese Öffnung zu füllen, scheint zu sein, einfach eine Bändchenspitze in diese Öffnung zu stricken. Und da würde normalerweise meine Begeisterung für die nachträgliche Ferse aufhören. Denn diese „Bändchenferse“ sieht besch***en aus. Total kantig. Die steht überall ab! Außerdem stelle ich mir eben gerade das Bändchen als absolut unbequem in Schuhen vor. Das muss doch Blasen machen! Und so Reibeflächen an einer notorischen Durchscheuerstelle? Also das wollte ich jedenfalls nicht ausprobieren. Und so blieb die Öffnung eine Weile lang leer…

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Aber… wie der Zufall es will – und es scheint wirklich Zufall zu sein, denn von Sockenwundern steht da nix – hat Susan B. Anderson diesen Sommer die Lösung rausgehauen: Ihre Anleitung Smooth Operator Socks bei Ravelry! Gut dass ich ihr bei Instagram folge, denn so starrte ich auf einmal auf ein Bild der perfekten, runden Ferse, genau wie ich sie suchte.

Die Anleitung ist bombastisch gut, tolle Detailbilder in einer Schritt-für-Schritt Beschreibung die ihren Namen verdient. Immer sowohl für Nadelspiel als auch Magic Loop erklärt. Und perfekt für Garne mit Farbverlauf oder Streifen!

Die Magic Loop Beschreibung lässt sich 1-zu-1 auf die Sockenwundernadeln anwenden, es ist halt nur kein langes Seil im Weg. Nach dem Auffriemeln der Öffnung stricke ich daher auch wieder auf die Minis.

Betonte Körperrundungen – Aunahmsweise genau mein Fall!

Die Ferse wird rund wo ein Fuß eben rund ist. Keine Reibungsbändchen. Susan gibt noch Tipps für den Kitchener Stitch (und die sind wirklich hilfreich!), und am Ende hat man richtig schöne Socken, (fast) komplett auf Mini Rundnadeln gestrickt.

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Also an meinem Fuß passt diese Sorte Ferse optimal!

Nachteil: Die Anleitung ist auf Englisch. Und sie ist (für eine Sockenanleitung) relativ teuer.

Aber: Innovation muss belohnt werden! Besonders wenn die neue Technik so viel Verbesserung bringt.

Also schaut sie euch mal an, meine $$$ bereue ich nicht.

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Frequent Traveller Strickzeug

Oder: auf die Größe kommt es an!

In den letzten Monaten war ich irre viel unterwegs. Reisetechnisch, aber auch das alltägliche mal-eben-ins-Büro, auf-dem-Rückweg-nen-Kaffee-mit-Versicherungsmakler, was-machst-du-mit-der-Viertelstunde-vor-der-Physio. Dazu das die-Ubahn-braucht-20-Minuten, Verabredung-hängt-im-Stau, die-Bahn-hat-Verspätung-und-ich-steh-da-und-warte.

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Alle von diesen Situationen hätte ich früher mit Handymist gefüllt. Das 100. Level Candycrush, mal wieder Spiegel Online, Facebook und Instagram durchforsten und nebenbei noch ein paar Leuten ne Whatsapp schreiben. Ganz frei davon bin ich natürlich immernoch nicht, aaaaaaber: der Akku hält heute länger.

Immer wenn ich kleine Zeiträume zu füllen habe kommen die Kopfhörer in die Ohren, ich mach meine Lieblingsstrickplaylist (Transatlantic Lullaby) bei Spotify an, und dann klappern die Nadeln. Klar, das kennt ihr… geht euch vermutlich nicht anders. So ein kleines Wartezeitenprojekt habe ich auch schon länger immer mit im Auto. Eine volle Ausstattung „Werkzeuge“ habe ich im Tripbook auch immer mit dabei.

Seit neustem ist es aber eigentlich immer ein Knäuel Pairfect von Regia. Und das obwohl ich lange mit dem Garn gehadert habe.

Dass zwei Socken wirklich absolut identisch sein müssen… so besessen war ich nicht von der Idee. Außerdem fand ich die Farben immer etwas unglücklich kombiniert, keins der Knäule hat mich wirklich angesprochen. Ein Paar habe ich zum ausprobieren gestrickt… und es für echt langweilig befunden. Eine gute Möglichkeit vielleicht um das Sockenstricken zu lernen. Ein paar Mal habe ich dann auch Pairfect mit einem Nadelspiel und einer „Übungsstunde“ an Neulinge verschenkt. Aber für mich als „Strick-Guru“? Was sollte ich denn bitte damit?

Ja und dann… 

Dann habe ich Probleme beim Ärmelstricken für meinen Lamana Pullover gehabt. Irgendwie war Milano zickig. Egal mit welchen Nadeln und mit welcher Methode, man sah immer zu deutlich wo der Nadelübergang gewesen war. Ich bin fast verzweifelt. So wollte ich den Pullover wirklich nicht zum Fotoshooting geben. Und dann bin ich per Zufall von Julia auf diese neuen Sockennadeln aufmerksam gemacht worden. Sollte das die Lösung sein? Ja! Die Ärmel gingen auf einmal viel besser.

Sockenwunder von Addi

Dabei sehen die Nadeln erstmal komisch aus. Komisch ist aber nicht automatisch schlecht. Denn dank der längeren Nadel in der dominanten Hand kann man wirklich gut greifen, der Durchmesser für Ärmel passt auch noch gut (zumindest bei den kleineren Größen) auf 25cm Seil, und das Maschenbild ist auf einmal total toll. Keine Nadelübergänge mehr, kein Gefummel mit fünf Nadeln, da verbiegt nichts, man kann an jeder Stelle absetzen, es fällt nix runter… wirklich richtig richtig gut gemacht Addi! (Der Ehrlichkeit halber muss aber gesagt werden, dass Bündchen zu stricken erstmal ein großes Hände-Origami ergibt.)

Als ich erstmal damit angefangen hatte war ich angefixt und wollte die Nadeln auch direkt mal an Socken ausprobieren. Nix übertriebenes, einfach nur ein Paar Plain Vanilla Socken. Und welches Garn passt zu Plain Vanilla wie Ar*** auf Eimer? Genau.

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Für den Urlaub habe ich mir also ein Knäuel in Farbe „Wood Color“ rausgesucht. Wird sich schon ein Abnehmer für Socken in einer öden Farbvariante finden. Siehe da, das Knäuel passte genau in meinen neuen Mini-Projektbeutel! Wieder Ar*** auf Eimer! Genau ein Knäuel und der wachsende Strumpf auf Minirundnadeln passt rein.

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Wenn man – wie von Regia vorgesehen – das Knäuel von innen abwickelt, braucht man es nicht mal mehr aus dem Beutel nehmen. Reißverschluss auf, Mininadeln in die Hand und ab gehts. Wartepause vorbei? Wieder rein damit!

Die Pause ist schneller vorbei als gedacht? Kein Problem. Selbst nach zwei gestrickten Maschen kann man wieder alles wegstopfen. Suuuuuuper!

Der Beutel passt in jede meiner Taschen mit rein. Sogar in die Tasche meiner Regenjacke… und so kam er sogar mit auf die Hundespaziergänge in Schweden. Immer wenn sich kurz ein Sonnenstrahl zu uns durchkämpfte saß ich direkt auf meinem Hintern und habe ein paar Maschen gestrickt 🙂 Das Außenmaterial ist schmutz- und wasserabweisend, und so kann er mit ins Kajak, in den Fahrradkorb, in die Badetasche, und und und. Selbst auf der Fähre hab ich auf dem Außendeck gesessen und Socken gestrickt. Die Blicke… 😀

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Tja, und so ist aus mir auf einmal eine hyper-eifrige Sockenstrickerin geworden. Zum Austesten habe ich direkt noch ein Paar Socken mit Norwegermuster hinterhergeschoben, auch das klappte hervorragend auf den kleinen Nadeln.

pairfectmitten2Und aktuell habe ich den zweiten Handschuh aus Pairfect in „Waterfall Color“ auf den Nadeln. Einfach mal so zum ausprobieren ob die Nadeln auch für Fäustlinge so toll sind. Und weil ich das „100% identisch“ an den Händen viel wichtiger finde. Und weil ich bei Ravelry kein einziges Projekt für Fäustlinge aus Pairfect gefunden habe. Und weil die kleine Tasche in Berlin überall mit hin konnte. Ihr glaubt übrigens nicht wie viele Rugby Freunde vom Nashville Freund stricken können!

Ach und übrigens: Die Farben vom Pairfect sind in Echt total toll. Bei Schachenmayr sollte man wirklich mal überlegen ob unbedingt die langweiligste Farbe nach außen muss wenn die Banderole in keinster Weise die echten Farben darstellt (s.o.). Die Knäule & Banderolen sehen langweilig aus wie sonstwas, aber von Garn und dessen Farben versteht man im Hause Schachenmayr halt doch was (beim Produktdesign sehe ich wie gesagt Nachholbedarf). Das „öde“ Paar hat noch auf den Nadeln einen Abnehmer gefunden, Zitat: „Das sind ja tolle Farben, strickst du mir auch solche?“

Um das genial einfache runterstricken noch zu vereinfachen habe ich mir übrigens eine neue Art des Sockenstrickens beigebracht. Das zeige ich euch noch ganz ausführlich. Glaubt mir, die Kombination aus Nadeln, Tasche und Garn macht meinen Vorsatz von Weihnachtssocken für alle Lieben echt realistisch! Macht ihr mit?

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And it was all yellow

Es werde Licht

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Dauert für euch der Winter auch schon viel zu lange? Ganz ehrlich, ich mag grundsätzlich den Winter – Kamin, warmer Kakao, Kerzenlicht, und natürlich: endlich ganz viel Stricksachen tragen und an langen Abenden Nachschub schaffen.

Aber im Moment kann ich echt nicht mehr. Erst war es lange warm, im November bin ich zum Teil noch im Longsleeve mit dem Hund laufen gegangen. Und dann kam der Regen. Und hörte nicht wieder auf. Überall ist es nass, die Wiese hinterm Nachbarhof ist inzwischen ein Schwanensee, auf der Riesenpfütze schwimmen ungelogen bis zu 50 Schwäne. Zum Glück gibt es diese Woche endlich Besserung!

Irgendwie fühle ich mich an ein Buch erinnert, das ich als Kind mal gelesen habe: Rock-a-Doodle. Da haut der Hahn ab, der bisher die Sonne herausgekräht hat, und auf einmal bleibt die Sonne weg und es hört nicht mehr auf zu regnen. Erst als der Hahn wieder zurück auf den Hof kommt wird es wieder schön.

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Immerhin eine freut sich hier über die Vogelschar

Wir hatten bisher keinen Hahn, und der Vogeljagdhund verbietet auch den Versuch mit einem geborgten Hahn den Frühling hervorzulocken. Also greife ich wieder mal auf mein Allheilmittel zurück und bessere meine Laune mithilfe von Strickzeug.

Fremde Federn

Seit ein paar Wochen kommen mir überall im Internet (und dank Stricktreffen mit Tüt’s Julia auch in Echt) gelbe Stricksachen vor die Augen. Die sonnengelbe Strickjacke von Julia ist wirklich der Hammer! Wikipedia behauptet zwar gelb wäre in der westlichen Kultur eine negativ besetzte Farbe, aber wer bei dieser Farbe negative Gedanken hat, der hat doch nen Knacks?!

Auch bei knit a bit more ist gerade ein richtig schön gelbes Garn zu einem Pullover gestrickt worden, auch so ein gute Laune Anblick, oder?

Bei Instagram hat Millefila ihr neues Paar Broken Seedstitch Socken vorgezeigt. Genau: Gelb als Kontrastfarbe, und auch super schön!

Übrigens auch bei Instagram: Der Hashtag #gulterkult (norwegisch für: gelb ist cool/spaßig) zeigt lauter gelbe gute Laune Sachen, unter anderem viel Strick. Bei Anflügen von schlechter Laune ein probates Gegenmittel – ganz ohne Rezept!

Hier kommt die Sonne

Noch bevor ich über die Werke der anderen gestolpert war, hatte ich bei meiner Sockenwoll-Nachschub-Bestellung bei Regia ein kräftiges Maisgelb mitbestellt, irgendwie hat es schon da zu mir gesprochen. Es ist inzwischen geliefert worden und auch im Shop.

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Einen ganzen gelben Pulli oder Großprojekt kann ich im Moment zwar nicht herzeigen, dafür versuche ich zu ernsthaft meine aktuelle Projektmenge wieder auf drei Stück zu begrenzen. Aber in einem kurzen Augenblick der Schwäche habe ich eben doch ein *hust* fünftes Projekt angeschlagen: Ein Paar gelbe Socken. Zur Mustersuche habe ich einfach mal bei Ravelry bei den Projekten nach gelben Socken gesucht, und habe mir ein Paar ausgesucht, das mir in der Farbe gefallen hat. (Normalerweise suche ich Muster aus und dann Garn & Farbe, aber wenn man Garn schon da hat kann man auch so rum suchen)

Gänsefüßchen – oder: gelbe Socken

Im Sinne des nahenden Frühlings stricke ich ein Lochmuster, dass aber aussieht wie Zöpfe, Cadence von Verybusymonkey. Für dieses Projekt habe ich eine absolut machbare Deadline: Nächste Woche übernachte ich nach der H&H bei meiner Cousine, die Cadence sollen ein Gastgeschenk werden. Hoffentlich teilt sie meine aktuelle Leidenschaft für gelb!

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Die Anleitung für Cadence ist für vom Bündchen runter gestrickte Socken, das Loch/Fake-Zopf-Muster geht nur so auf. Auf den ersten Blick wirkt es für eine (Gratis-!!!)Sockenanleitung irre umfangreich, drei Charts und noch einiges an Erläuterungen auf vier Seiten… Aber dann geht es wirklich überraschend einfach. Den ersten Socken habe ich schon fertig, selbst mit fiebrigem Infekt war die Anleitung absolut problemlos runterzustricken. Weil bisher nur einer fertig ist kommen die gelben Socken übrigens zu Auf den Nadeln bei Maschenfein.

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Das Gelbe vom (Oster-)Ei

Vielleicht habt ihr ja jetzt auch Lust auf gelbe Socken für den Frühling? Brauchen wir nicht alle ein Paar gelbe Socken für Ostern? Noch ist Zeit!

Gestern ist übrigens die Knitty für Frühjahr ’16 rausgekommen, und siehe da: zwei Gratis-Anleitungen mit gelben Socken (#1 & #2) !!! Oder wie wäre es mit diesen Lace Socken „Hedera“ aus einer alten Brigitte?

 

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Socktober III

Die Muster-ung?

Wie beim letzten Mal versprochen möchte ich euch heute ein paar Sockenmuster für die verbleibende Hälfte des Socktober (und darüber hinaus) vorstellen.

Alle diese Muster habe ich auf meinem Pinterest Board „Knit – for the Feet“ gesammelt. Ich bin ja bekennender Pinterest Junkie. Ob Architekt, Handwerker oder Gartenplaner, wer mit mir plant muss sich den ein oder anderen Pin ansehen. Für Haus und Garten habe ich so manche Stunde mit Pinning verbracht, und das war gut eingesetzte Zeit möchte ich behaupten. So konnte ich meine Vorstellungen viel besser erklären als ohne diese visuelle Unterstützung.

Für die Baustelle habe ich je ein Pinboard pro Bereich gemacht, also Küche, Badezimmer, Garten etc. Und so ähnlich handhabe ich auch meine Boards für meine Strickleidenschaft: Kopf, Hals, Hände, Kind, Haus, Mann oder eben Füße! Viele andere Pinner sortieren nach angewendeter Technik, also FairIsle vs Zopfmuster usw, aber ich suche halt eher nach zu wärmendem Körperteil aus 🙂

Genug Schwärmerei von dieser App-lenkung, hin zu meiner aktuellen Socken Wunschliste:

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Pleximo’s Flower Power Socken

 

 

Pleximo’s Flower Power Socken (Link immer im Bild)

Diese Socken sind eine „Interpretation“ dieses ursprünglichen Musters. Bei Pinterest stößt man zum Teil erst auf abgeänderte Projekte, dann auf das Original. Zum Beispiel bei diesem Fall hätte ich das wahre Potential des Musters ohne diesen Pin nicht erkannt. Die Variante der Designerin wäre mir einfach zu knallig gewesen, während mich diese ruhigere Version direkt angesprochen hat.

Vielleicht muss ich mir den aktuellen Wintereinbruch mit diesem Muster warmstricken!

 

 

 

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Das Modell „Lingerie“ aus der Knitty

 

„Lingerie“ von Maria Näslund, via Knitty

Knitty ist ein kanadisches Online Magazin für Strickdesign. Sie kommt mehrmals im Jahr raus, und enthält Gratis Anleitungen sowohl von Hobby Designern, als auch von Profis. Es hat eine Weile gedauert bis ich die Logik der Seite verstanden hatte, und ich finde es immernoch schwierig in alten Ausgaben nachträglich zu suchen. Also speichere ich mir meine Lieblingsteile inzwischen einfach direkt bei Pinterest. Übrigens ist in der zugehörigen Knitty Ausgabe auch ein frühes Design des inzwischen zum Star der Strickszene avancierten Stephen West zu finden!

Dieses Modell schwebt mir übrigens für kommenden Frühling aus Rowan Fine Art vor, der leichte Seidenglanz und dieses Lochmuster, das kann nur schön werden!

 

 

 

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Little Cable Socks von Purl Soho

 

 

„Little Cable“ Kniestrümpfe von Purl Soho

Scheinbar bin ich recht allein auf weiter Flur was meine Liebe für Kniestrümpfe angeht. Egal!

Purl Soho ist ein Garngeschäft in Soho, NYC. Im regelmäßigen Newsletter bringen diese kreativen Masterminds tolle Anleitungen gratis unters Volk, abonnieren lohnt sich!

Diese Socken sind für mich die perfekte Mischung aus schlicht und peppig. Mich erinnert der Streifen an die Strumpfhosen in alten Filmen, wo der Blick der Männer die Naht hoch zum Rock wandert? Damals waren Männer wohl leichter aus der Fassung zu bringen 😀

 

 

 

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Tessa’s Lace Stockings

 

 

Tessa’s Lace Stockings

Auch ein Projekt zu einer Anleitung auf Ravelry.

Wenn ich mal Zeit habe, und einen ganz ganz besonderen Anlass bei dem diese Strümpfe gebührend zur Geltung kämen, dann würde ich sie in Angriff nehmen! Das ist schon Kunst am Strumpf, oder?

 

 

 

 

 

Habt ihr noch tolle Sockenanleitungen? Vielleicht was maskulineres?

Nächstes Mal zeige ich euch mal, was ich im Moment klammheimlich aus den Resten meiner Lettischen Socken stricke…

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Socktober II

Umgarnt

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Zum zweiten Teil des Socktober Themas geht es heute ums Garn.

Klar, irgendwie geht’s hier immer um Garn. Aber während ich normalerweise ja absoluter Verfechter von natürlichen Fasern bin, unterstütze ich heute ausnahmsweise mal die Fraktion „Freunde des Polyamid“.

Zwar wird es weiterhin keine reinen Polyamidgarne in meinem Shop geben, und ich weigere mich auch weiterhin sie zu verstricken. Aaaaaaaber: im speziellen Einzelfall Socken will ich mich ausnahmsweise gegen die Verwendung von reiner Wolle aussprechen.

Folgende 4 Argumente habe ich vorzubringen:

1. Dank Polyamid wird die Socke maschinenwaschbar. Wollsachen müssen  normalerweise nicht ständig gewaschen werden, daher lege ich bei den meisten Sachen keinen gesteigerten Wert auf die Maschinenwäsche; aber wenn es um Socken geht, dann bestehe ich auf regelmäßige Wäsche.

2. Meine Füße ändern ihre Größe nicht. Meine Socken bitte auch nicht. Also kein Ausleiern, kein Schrumpfen, ich will meine Größe 40 auch nächsten Winter noch als Größe 40 tragen.

3. Mein FitBit verlangt von mir jeden Tag mindestens 10.000 Schritte. Dank dem kleinen Bretönchen werden es auch gerne mal 20.000. Das ist verdammt viel Reibung, mal im Schuh, mal auf Fußboden. Reine Wolle scheuert da leider an den neuralgischen Stellen schnell durch.

4. Hat auch mit Reibung zu tun: Würde ich Broken Seedstitch Socks aus reiner Wolle stricken, wäre das Muster nach einer Hunderunde wohl leider nicht mehr zu erkennen. Pilling und Verfilzen sind die natürlichen Reaktionen von Winterschuhen mit wolligen Strukturmustern 🙁

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Das geriffelte Muster bietet perfekte Angriffsfläche für Reibung

Genau aus diesen Gründen bestehen die meisten „Sockenwollen“ aus ca 25% Polyamid, so auch Regia und Fine Art – meine Garne der Wahl.

Kann was? Kann was!

Beide kommen in 100g Einheiten, das ist jeweils genug für ein Paar Socken bis Größe 46/47. Und mit beiden kann man abseits vom Socken stricken noch eine ganze Menge anfangen!

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Fine Art kommt im Strang, bevor man es verstricken kann muss es noch zu einem Knäuel gewickelt werden. Mal eben schnell ein Paar Socken anstricken, das geht hier eher nicht. Aber bei der exquisiten Fasermischung hat das – glaube ich – auch niemand wirklich vor. Mir persönlich gefällt der leichte Glanz im Garn, der durch den hohen Seidenanteil kommt. Gut vorstellen kann ich mir Damenstrümpfe mit strukturellen Mustern, also Lochmuster oder Aran. Im Moment stricke ich selbst mit diesem Garn aber einen Pullover, dazu habe ich hellblaues Fine Art mit hellblauem Kid Silk Haze kombiniert. Auch Tücher und Schals kann ich mir sehr gut aus Fine Art vorstellen, aber ich habe auch schon ganze Kleider gesehen.

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Regia ist dagegen ein richtiges Basisgarn. Wer gern Socken strickt hat auf jeden Fall schon von Regia gehört. Aktuell gibt es im Shop erstmal nur die Regia Pairfect, aber demnächst gibt es auch einige ausgewählte Farben der normalen Kollektion. (Das gleiche gilt übrigens für Kid Silk Haze). Regia gibt es in 4-fädig – der regulären Sockenstärke – aber auch in 6-fädig. Mir persönlich ist das zu dick, dafür müsste ich größere Schuhe kaufen. Ja, so deutlich ist der Unterschied! Das ist eher was für Naturburschen in Gummistiefeln, Skifahrer oder Kids mit Reinwachs-Schuhen.

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Im Vergleich zum Strang ist praktisch an Regia, dass es aus der Mitte des Knäuels her verstrickt werden kann. Man kann den Faden also aus dem Knäuel rausziehen, und das Knäuel von innen her aufbrauchen. Das klingt erstmal nicht sooooooo weltbewegend, ist es aber irgendwie doch. Und zwar „hoppelt“ das Knäuel auf diese Art nicht beim Stricken vor sich hin. Außerdem wird der Faden geschont, denn nur eine minimale Menge des Fadens hat Kontakt mit der Welt bevor er fest verstrickt ist. Der Faden ist also sauberer, und hat weniger Reibung bekommen. Kleines Detail: Man kann die Banderole während der ganzen Zeit um das Knäuel lassen, weiß also immer welches Garn man gerade verstrickt. Von meinen orange-braunen Socken habe ich jetzt also jeweils ein halbes Knäuel übrig, und kann zur Not auch noch in einem Jahr sehen welche genauen Farben ich noch zur Verfügung habe.

Auch Regia muss man nicht zwingend in Socken verstricken. Mein Thistle, aber auch mein erstes Dimasq sind jeweils aus Regia gestrickt. Mir gefällt dass die Tücher daher ziemlich belastbar sind. So ein Tuch muss bei mir auch mal unter dem Handtaschenhenkel gerieben werden, oder es fängt beim Spaziergang an zu regnen, vielleicht fällt sogar mal eine Ecke auf den Boden wenn ich mich runterbeuge. Bei vielen handgefärbten Garnen müsste ich Sorge haben, dass die Muster bei einer Wäsche „ausbluten“, aber hier ist alles garantiert farbecht, da bleiben die weißen Disteln weiß 🙂

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Weiße, weiß, weiß bleiben alle Disteln!

 

Beim nächsten Mal zeige ich euch dann einige Vorschläge für Sockenmuster.

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Socktober

Oktober = Socktober

Bei vielen Strickerinnen steht im Kalender für diesen Monat ein Thema: Socken stricken! Es ist endlich Socktober.

Für mich die Gelegenheit um auch ein wenig über das Sockenstricken zu schreiben, in dem Bereich habe ich dieses Jahr viel gelernt…

Bis April diesen Jahres hatte ich mich noch überhaupt nicht an Socken heran gemacht – das übliche…warum soll ich etwas stricken, das so gut wie nie zu sehen ist und das ich billiger im Laden kaufen kann?

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Dann habe ich von den Herstellern der lettischen Fäustlinge ein Strick Kit für lettische Socken ausprobiert. Das war nicht zu meiner 100%igen Zufriedenheit, aber der Damm war gebrochen (Nachzulesen hier). Seitdem haben wir bei der Instagramstrickstaffel ein paar echt tolle Sockenanleitungen ausprobiert, und ich verstehe jetzt warum das Sockenstricken in Deutschland so beliebt ist.

Es geht schnell, man kann tolle Muster ausprobieren, das Strickstück ist gut in der Handtasche mitzunehmen, man kann 100 verschiedene Farbkombinationen in einem Strickleben ausprobieren (was ich gern für Dimasq zeitlich hinkriegen würde ;-)). Außerdem hat man immer eine tolle Geschenkidee, die nicht direkt das Budget sprengen muss. Und um das ganze noch besser zu machen: Die meisten Sockengarne sind maschinenwaschbar!

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Abseits der Strickstaffel habe ich ja letztens auch noch das neue Sockengarn von Regia, „Pairfect„, ausprobiert. Hätte ich meine ersten Sockenversuche mit Pairfect gemacht, ich glaube ich hätte die Faszination schneller begriffen. Für die ersten Gehversuche wäre es sicherlich klüger gewesen mich erstmal nur an das Konzept Socke zu gewöhnen, und mich erst später mit dem komplizierten lettischen Muster zusätzlich herauszufordern. Hätte, hätte, Fahrradkette…es ist wie es ist.

Und was gibt’s neues?

Still und heimlich habe ich auch auf meiner Reise nach Italien Socken gestrickt. Es ist wieder ein Paar Broken Seedstitch Socks geworden, denn das Muster finde ich einfach toll. Es ging mir aber eigentlich weniger um das Endergebnis, als um den Weg dahin; ich wollte Nadeln testen.

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Bisher habe ich – auf der Suche nach der für mich optimalen Lösung – jedes Paar Socken mit anderen Nadeln gestrickt. Da waren kurze Bambusnadeln, lange Bambusnadeln, eckige und runde Metallnadeln. Aber diesmal habe ich etwas ganz anderes ausprobiert: Und zwar hatte ich auf der H&H die Neko Nadeln gesehen, und ich war von der Idee fasziniert. Aber bevor ich etwas in den Shop nehme, möchte ich so etwas selbst ausprobieren. Ich habe mir also ein Set bestellt, und drauf los gelegt.

Das Set besteht aus drei eckigen Kunststoffnadeln, die ein normales Nadelspiel aus fünf Nadeln ersetzen sollen. Es kostet ungefähr 7,50€ plus Versand.

Vorgezogenes Fazit

Für mich persönlich ist das Neko Nadelspiel eher nicht gemacht, mein Favorit bleibt das 15cm Nadelspiel aus Bambus.

+

Zwar fand ich es wirklich super, wie sicher man die Maschen in die Mitte der Winkel schieben kann, die Nadeln zusammenlegt, bisher gestricktes Stück drumwickelt, und da rutscht nix. Selbst die manuelle Gepäckkontrolle am Flughafen (ich hatte eine Flasche Wasser in der Handtasche vergessen) hat der Strumpf ohne verlorene Masche überstanden. Sowieso hatte die Security kein Problem mit den Kunststoffnadeln.

Also als Transport/Reisenadeln ideal. Nur leider kann ich damit kaum stricken. Vielleicht habe ich mir das Bewegungsmuster beim normalen Nadelspiel zu gut eingeprägt, aber ich habe das Gefühl gehabt mich komplett verbiegen zu müssen um linke Maschen auf die Neko Nadeln zu kriegen. Das Material ist außerdem sehr biegsam und mir gefällt die Haptik nicht, aber das ist Geschmacksache. Viel enttäuschender fand ich, dass ich wirklich häufig Maschen verloren habe, die mit den stumpfen Spitzen und den gebogenen Nadeln wirklich schwer wieder aufzunehmen waren. Dabei verspricht die Herstellerfirma gerade, dass weniger Maschen herunter fallen würden.

=

Wie gesagt, wer noch kein Bewegungsmuster für Nadelspiele eingeprägt hat mag von dieser neuen Art Nadeln profitieren. Gerade Kinder können mit den Nadeln sicherlich gut und einfach Socken stricken lernen. Vielleicht ist auch ein Muster aus rein rechten Maschen besser geeignet. Zufälligerweise waren auf der Hochzeit noch zwei Strickerinnen, beide waren sofort bereit jeweils ein paar Runden zu machen. Die eine strickt nach amerikanischer Art („Throwing“), die andere strickt wie die meisten von uns „Continental“. Beide kamen zum gleichen Schluss wie ich – dafür müsste man sich komplett umgewöhnen. Für den Neko-Strumpf habe ich jedenfalls 10 geschlagene Tage vor mich hingestrickt – unter extremer Ablenkung zugegebenermaßen – und daher habe ich den zweiten Strumpf dann doch wieder mit dem bewährten kurzen Nadelspiel aus Bambus gestrickt. Übrigens erkennt man meiner Meinung nach die Nadelübergänge dabei auch weniger, da bei fünf Nadeln weniger Spannung auf der jeweils letzten Masche lastet als bei dreien.

Sollte Neko die gleichen Nadeln noch einmal aus einem festeren Material herausbringen, ich glaube ich würde es wieder ausprobieren, denn der Transportvorteil ist natürlich ein unschlagbares Argument für die „Jet-Set“er unter uns.

Übrigens habe ich Metallnadeln aufgegeben, da ich sie in einer Tour verbiege, und sie mir als Rache die Innenfutter von meinen Handtaschen zerlöchern. Es geht also auch zu spitz – da verstehe ich die Einwände der Airlines.

Pssssssssst

Und wer bis hier gelesen hat bekommt ein Geheimnis verraten: Nadelspiele sind teuer – finde ich. Vor allem wenn man viele verschiedene Stärken benötigt. Aber bei Amazon gibt es dieses Set an Bambus Nadelspielen in 15cm Länge, und dieses in 25cm. Den Preis kann man nur unschlagbar nennen.

Jedenfalls stricke ich mit den kurzen Nadeln seit 3 Jahren zufrieden vor mich hin. Da mir dieses Jahr ein paar zerbrochen / abhanden gekommen sind habe ich mir einfach ein neues Paket bestellt. Das ist günstiger als zwei Stärken einzeln kaufen zu müssen… Aber Achtung: Ausgerechnet 3mm Nadeln sind nicht dabei, die habe ich mir aus meinem eigenen Lager genehmigt. Auch ein paar andere Stärken sind nicht dabei, meist kommt man aber mit den 0,25mm größeren/kleineren auch gut hin.

Beim nächsten Mal erzähle ich euch dann ein bisschen was zu Sockenwolle.

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Hejhej und Salam

Grüße aus dem Norden

In einem kurzen Moment mit Internet wollte ich euch fix ein paar Zeilen aus meinem Urlaub in Schweden schreiben. schweden1 Wie schon letztes Jahr sind wir zu viert (eine Freundin, ein Freund, mein Hund & ich) für eine Weile in den schwedischen Wald gefahren, es gibt kaum entspannendere Orte für mich. Und Entspannung habe ich wirklich gebraucht: die letzten Monate waren…naja… anstrengend trifft es nicht.

Einige von euch wissen es ja schon aus persönlichem Bericht: Eine Mietbetrügerin hat uns in den letzten Monaten nicht nur etliche Tausend Euro Schaden zugefügt, sie hat auch unsere Nerven bis aufs äußerste überspannt, mit Drohungen, Beschimpfungen, Verleumdung und zum Höhepunkt einem Einbruch in unserem Keller und dem Versuch Geld gegen Auszug zu erpressen. Irgendwann werde ich einmal die Kraft haben auf die letzten sechs Monate zurückzublicken und ohne Herzrasen und Wut über diese Zeit berichten. Auch nach zehn Tagen Urlaub bin ich leider noch nicht soweit. Aber immerhin gibt es Licht am Ende des Tunnels: Wenn diese Person nicht noch eine weitere Lücke im deutschen Rechtsstaat findet sind wir sie hoffentlich bald endgültig los. Und auch wenn wir versuchen werden den finanziellen Schaden von den Mittätern zurückzuholen, den Verlust an Grundvertrauen in meine Mitmenschen und unser Land kann niemand wieder herstellen.

Davon geht die Welt nicht unter

Der (Wald-)Lauf der Dinge

schweden2 Aber genug der trüben Zeilen. Laut meinem Fitbit ist mein Puls inzwischen wieder bei einem gesunden Wert, und dort soll er auch bleiben. Hier oben habe ich reichlich gestrickt – endlich mal ohne vor lauter Anspannung Nadeln zu zerbrechen – und habe mit Hund jeden Tag so um die 15 Kilometer die hiesigen Wälder durchkämmt. Und das Ganze auch noch bei traumhaft schönem Wetter. Während in anderen Jahren unser Schweden-Sommer-Himmel immer ein paar Schäfchenwolken zu bieten hatte, sind wir dieses Jahr eigentlich durchgehend mit hohen Temperaturen und wolkenlosem Himmel verwöhnt worden. Wir haben uns doch glatt alle etwas verbrannt, denn damit hatten wir nicht gerechnet. Inzwischen sind wir also knallbraun, endlich halbwegs ausgeschlafen, und restlos entspannt. Selbst der sonst ewig abhauende Jagdhund ist ohne Leine auf dem Grundstück unterwegs…nach unseren Gewaltmärschen fehlt selbst ihr bei diesem Wetter die Kraft für weitere Erkundungen 😀

Maschenwerke

So konnte ich im Liegestuhl ein paar Stunden am Tag genüsslich vor mich hin stricken und habe endlich ein Projekt aus dem Frühling vollendet…nein, nicht Ravello 🙁

Lettische moderne Kunst

Im April hatte ich (minimal größenwahnsinnig) angefangen ein Paar lettische Socken zu stricken…als meine ersten Socken überhaupt. Auf der H&H Messe hatte ich „Knit Like a Latvian“ gesehen, und wollte das direkt mal ausprobieren. Brav habe ich die Maschenprobe gemacht, habe aber komplett andere Ergebnisse gehabt als in der Anleitung gefordert. (2mm Nadeln erscheinen mir im Nachhinein auch eine ungewöhnliche Idee für Fair Isle Socken, aber als Sockennovizin wusste ich es nicht besser.) Jedenfalls habe ich gut und gerne 1,5x die Anzahl der Maschen laut Anleitung gebraucht, musste also das Muster umrechnen, und und und. Guuuuuuut, ich gebe zu ich hätte auch einfach größere Nadeln nehmen können, aber dann wurde das Muster für meinen Geschmack zu locker, und man konnte die Fäden dahinter sehen. Die im Kit enthaltene Wolle war teilweise wirklich sehr dünn gesponnen, an anderen Stellen sehr bauschig. Langer Rede kurzer Sinn: Erst im Urlaub habe ich den zweiten Socken in Angriff genommen. Nach dem ersten war ich so frustriert, die Nadeln so heillos verbogen, ich habe es einfach monatelang aufgeschoben. Der zweite Socke sieht jetzt dummerweise anders aus, weil ich in der Zwischenzeit begriffen habe, dass die englische Übersetzung der Anleitung teilweise etwas missverständlich ist. Beim ersten Socken habe ich die Ferse viel zu dicht gestrickt, weil ich auch in den Rückreihen Maschen abgehoben habe, und die Abnahmen für die Spitze ähneln eher einem Trichter als einer Spitze. Beim zweiten sieht es dafür eher aus als hätte ich versucht einen türkischen Pantoffel zu stricken, so spitz geht der vorne zu…die Wolle ist etwas steif, wird sich aber hoffentlich endgültig – nach einer Runde dämpfen – ihrem Schicksal beugen und sich etwas abrunden. Fazit: Schönes Muster, tolle Idee für ein Kit, gut gemeinte Anleitung, aber insgesamt echt mit Schwachstellen. Da ich reine Wolle auch für keine optimale Sockenwolle halte, wird es das Socken-Kit hier im Shop auch in Zukunft nicht zu kaufen geben. Die Handschuhe vom gleichen Hersteller finde ich da deutlich toller!

Harry Potter seine Freundin ihre Socken

Zum zweiten Projekt: Sockenstrickstaffel bei Instagram

Hermione's Everyday Socks
Hermione’s Everyday Socks

Aufgrund der Internetabstinenz habe ich komplett ohne Fortschritt-Updates an der Instagram Sockenstrickstaffel zu den Hermione’s Everyday Socks „teilgenommen“. Also mein inzwischen drittes Paar Socken (Lettische + Broken Seedstitch), und immerhin schon 3/4 fertig! Kurz vor dem Urlaub ist mir auch mein Nadelspiel für die Socken zerbrochen (ob ich der Frau Mietbetrügerin wohl auch die mindestens 20 Nadeln in Rechnung stellen kann, die ich in den letzten 6 Monaten zerbrochen habe?), jedenfalls habe ich ganz geschickt eine Tour zum Lebensmitteleinkauf am scheinbar einzigen Handarbeitsgeschäft im Umkreis von 50km vorbei gelotst *muharhar*. Dort bin ich fast unbemerkt reingesprungen und habe ein Nadelspiel gekauft. Zugegebenermaßen auch ein 50g Knäuel Sockenwolle, aber trotzdem der bisher günstigste und schnellste Ausflug dieser Art. Die Socken sind jedenfalls pink und weiß geworden. Was mich genau geritten hat ausgerechnet Ferse, Spitze und Bündchen weiß zu stricken, fragt mich was leichteres. Es scheint als wollte ich die Maschinenwaschbarkeit von Regia auf Teufel komm raus testen. Aber schick sind sie…eigentlich hatte ich auch noch für ein royal blau / weißes Paar gepackt, habe dann aber das blaue Knäuel und meine bunte Wolle für ein Paar Broken Seedstitch Socken an die mitgereiste Freundin, a.k.a. Socken-Sabine, abgegeben. (Übrigens eine schicke Kombi…werde da mal ein Bild nachreichen müssen)

Weil mein Schatz ein Matrose ist?

Und zu guter letzt stricke ich an einem eigenen Entwurf für einen Pulli aus Rowan Fine Art und Kidsilk Haze (kommt noch in den Shop) jeweils in hellblau. Ich will noch nicht zu viel verraten, dafür bin ich noch nicht weit genug, aber die Kombi der beiden Garne macht echt was her! Da langsam wirklich alle Pullis blau, blau, blau sind, sollte mein Liebster nach dem alten Kinderlied zu urteilen wohl auf den Meeren dieser Welt zu Hause sein.

KAL – Dimasq

Soooo, und nun zum Abschluss eine kleine Erinnerung an unseren Dimasq KAL, der nächste Woche beginnt! Ab dem 1.9. schwingen Sina und ich mit euch gemeinsam die Nadeln, und vielleicht gibt es diesen Winter ja auch optimale Bedingungen um mit einem schicken Tuch der Witterung zu trotzen? (Im Moment braucht das bei meiner Wetterlage zwar noch viel Fantasie, aber der Winter kommt bestimmt) Ansonsten bietet sich Dimasq vielleicht auch als Weihnachtsgeschenk für die allerbeste, liebste Mutti oder Omi an? Ich freu mich auf jeden Fall auf neue Farbkombinationen und Berichte wie euch so das Muster von den Nadeln geht. In bester Inga Lindström Manier: Hejdå allihopa, vi hörs snart igen!   Und auch wenn ich eigentlich schon einen „Auf den Nadeln im August“ Beitrag hatte, hier geht’s ab zu Marisa’s Sammlung, und hier zum Creadienstag.

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Strickstaffel

Alles neu macht der August

Endlich habe ich es geschafft, Dimasq als einseitiges Tuch ist bei Ravelry als Anleitung zu kaufen!  (Doubleface folgt)

Watt nu?

Weil ich irgendwie dieser Tage an Maschenproben sitze, immer noch an den Ärmeln für Ravello rumstricke, das Doubleface Muster tippe, und ein Gegenmittel zur Frustration wegen des Stranded – Musteruploads brauchte hab ich was neues angefangen.

Und zwar die Broken Seedstitch Socks – ein Gratis Download bei Ravelry.

Meine Mitmünsteranerin Tuet hatte die letztens auf den Nadeln (die Sache mit der Fadenspannung haben wir geklärt), Sina hat im Anschluss direkt angeschlagen. Als Sina und ich uns letztes Wochenende zwecks Dimasq Vergleich etc im Seemannsgarn in Hamburg getroffen haben war ich wiederum angefixt.

Seedstitch
Der erste Streich.

Grundsätzlich bin ich ja nicht so der Sockenstricker. So kleine Nadeln, so viel Gefummel, und dann sieht man das fertige Ergebnis eh fast nie in den Schuhen. Die Anleitung für diese Socken hatte ich allerdings schon vor längerem aufs Handy geladen – als iPhone Nutzer kann man die Ravelry pdfs ganz einfach in der ibooks App speichern…perfekt um Strickmuster immer dabei zu haben!

Da ich noch am rechnen und zeichnen für meine neuen Projekte bin, außerdem Doubleface Muster schreibe, ist so ein Mini-Projekt gar nicht verkehrt. Vor allem weil mir beide Mädels geschworen haben es sei super einfach. Also daheim erst mal Sockenwolle raus. Vom Thistle Tuch hatte ich noch einen großen Rest weiß, und das Knäuel mit Farbverlauf gab’s im Garnlager. (Jaaaaaa, ich habe eigentlich auch Regia Sockenwolle im Angebot, aber aktuell nur im analogen Geschäft.)

Siehe da: Es ist super einfach!

Gut, du musst entweder geübte/r Sockenstricker/in sein, oder du suchst dir online eine Anleitung für die grundliegende Konstruktion. Aber das eigentliche Muster ist so simpel, man darf es eigentlich gar nicht erzählen. Seit Montag Abend/Nacht habe ich 1 1/2 Socken fertig.

Jedenfalls: Als dann auf Instagram direkt die nächsten auf den Zug aufsprangen habe ich scherzhaft gemeint wir machen jetzt wohl eine #instagramstrickstaffel. Und warum eigentlich nicht…

Das Muster ist für (d)umme, Socken sind fix gemacht und immer ein gutes Geschenk wenn in weniger als 5 Monaten (!!!!!) Weihnachten ist. (Ganz nebenbei bemerkt soll es ja wieder heiß werden, da geben die Socken auf den Nadeln nicht noch zusätzliche Wärme ab)

Bist du Mitläufer – ääääh Mitstricker?

Macht noch jemand mit? Wollen wir doch mal sehen wie viele Sockenschubladen wir erweitern können 🙂

Also: An die Nadeln, Fertig, LOS!