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Gestrickte Eierwärmer

Eierwärmer Norweger Pullover à la Arne Carlos Puppen stricken Pulli

Eierwärmer Norweger Pullover à la Arne Carlos Puppen stricken Pulli

Mein liebster Feiertag im ganzen Jahr ist Ostersonntag. Mit Abstand.

Nach 40 Tagen Fastenzeit (die ich auch als nicht-Katholik schon seit meiner Jugend befolge), und nach den dunklen Monaten im Haus ist Ostern für mich die symbolische Rückkehr der schönen Zeit (und des leckeren Essens). Es gibt also keinen besseren Anlass für ein ausschweifendes Frühstück / Brunch. Am besten an der frischen Luft.

Auch dieses Jahr bin ich zum Ostersonntag bei der besten Verwandtschaft, und auch dieses Jahr habe ich lange hin und her überlegen müssen was ich als kleine Aufmerksamkeit mitbringe. Denn die beiden sind nicht leicht zu beschenken. Sehr spezieller Geschmack und außerdem schon ungefähr alles vorhanden. Wenn nicht doppelt und dreiunddrölfzigfach.

Passenderweise haben  Arne & Carlos  letztes Wochenende in ihrem Podcast kleine Norwegerpullis als Eierwärmer gestrickt. Megasüß! Eine Anleitung haben sie auch veröffentlicht.

Warm, wärmer, Eierwärmer!

Gestrickte Lussekofter Eierwärmer, die haben meine Gastgeber noch nicht. Aber wenn es eine Zielgruppe für gestrickte Lussekofter Eierwärmer gibt, dann die beiden!

Die oben genannte Anleitung habe ich nicht benutzt, da sie für relativ dickes Garn und relativ große Nadeln (4mm) geschrieben ist. Ich mag es lieber etwas friemeliger und damit detaillierter; außerdem habe ich hier einen riesigen Berg an Resten von Milano in herrlichen Farben liegen.

Strickbücher sind die beste Inspiration

Dazu musst du wissen: Ich bin eigentlich Produktstricker. Meine Projekte suche ich danach aus, was ich (oder andere) tatsächlich nutzen können. Amigurumi, Dekokram und untragbare Spaßprojekte in grellen Farben sind von den Damen meiner Familie als “Steuimwäch’s” (westfälisch für Steh im Wegs) verschrieen. Und trotzdem besitze ich das Puppen-Strick-Buch von Arne & Carlos. In der schwedischen Ausgabe, denn ich habe es im Buch-Outlet in der Nähe vom Sommerhaus gekauft. Die deutsche Übersetzung findest du hier (*).

Das Buch enthält nicht nur die Anleitung wie du diese Puppen strickst und personalisierst, sondern auch zahlreiche Muster für die wildesten Klamotten. Schließlich braucht dein Strickpuppen-Alter-Ego einen genauso vollen Kleiderschrank mit nichts anzuziehen wie du 😉

Unter anderem sind viele süße Muster für die filigransten Fair Isle und Norwegerpullover und Strickjacken dabei. Genau meine Kragenweite und Nadelstärke.

Allerdings sind selbst auf 2,5mm Nadeln diese Pullover groß genug für Gänse-Eier, daher habe ich einen Tag lang hin und her experimentiert, bis ich die richtige Größe für Bio-Hühner-Eier gefunden hatte. Und klar: Der vom Setesdal Muster inspirierte Pullover der Arne Puppe war mein erster Versuch. Etwas verlängert, denn genau dieses Modell ist im Buch ein Crop-Top, da passt kein Eierbauch rein.

Als nächstes habe ich ein ganz schlichtes “Läusemuster” (so heissen die versetzten Punkte) gestrickt. Da ich jetzt die optimalen Maße schon wusste, und nur das Prinzip mit anderer Farbfolge wiederholen musste, ist der zweite Pulli das Ergebnis der Mittagspause auf der Hundewiese und einer Kaffeepause am Nachmittag.

Die fertigen Pullöverchen habe ich gewaschen und gespannt, denn bei so kleinen Runden hat man schnell etwas “Maschenzellulite”. Dieser Trick gilt zwar weiterhin, aber trotzdem geht für mich kein Weg an einem Entspannungsbad vorbei – einmal Perfektionist, immer Monk. Zum Spannen wären natürlich Eier optimal gewesen, allerdings wären die immer wieder weggerollt (Eierbecher gibt’s hier keine), und ich war mir auch ehrlich gesagt nicht sicher wie so eine Kalkschale auf stundenlange Feuchtigkeit reagiert. Also habe ich über meinen Nagellackfläschchen trocknen lassen.

Sah anfangs etwas eckig aus, im trockenen Zustand sind sie aber unauffällig 😉

Und da ich keine Eier Eulen nach Athen tragen werde bietet sich diese Präsentation an. Das Pullöverchen macht doch als Flaschen-Topper auch echt was her, oder?! Gestrickte Eier(likör)wärmer halt.

Bis zum Wochenende müssen noch mindestens zwei Pullis dazukommen, wobei meine Zielgruppe halt von der Sorte: “Je mehr desto gut” ist. Aber auch für die Zeit nach Ostern soll ich weitermachen, denn die lauteste Kritikerin der Steuimwäch’s, meine Mutter, hat Bedarf an mindestens vier Stück angemeldet. Da brat mir einer nen Ei, ääääh Storch!

Wie findest du die Idee mit den gestrickten Eierwärmern im Norwegerlook?

Ich verlinke diesen Beitrag mit Marisa’s “Auf den Nadeln” Serie auf Maschenfein.de
(*) sind Affiliate Links, wenn du über meine Empfehlung das Produkt kaufst bekomme ich eine kleine Prämie. Für dich ändert sich nix, der Preis ist der gleiche.
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X Mitts

Fingerlose Handschuhe mit X

Sind bei dir die Tage auch so farblos im Moment?

Berlin zeigt uns – wie jeden Winter – die kalte, dunkle und ungemütliche Schulter. Gefühlt wird es nicht hell, die einzige Farbe ist grau, und nicht mal der Hund hat Lust seine Runden zu machen.

Bretone gähnt Tongue out TuesdayUm nicht dem Trübsinn zu verfallen ist jedes Mittel recht, aber ganz besonders brauche ich Farbe für die gute Laune. Wie gut dass ich mir im Herbst einen Strang Wolle aus dem Stash gegriffen habe, und drauf los gestrickt habe. Denn als Ergebnis habe ich ein Paar gute-Laune-Fingerlinge für mich, ein Paar als Weihnachtsgeschenk, und eine Anleitung für dich.

Gestatten: Die X-Mitts.

Was eigentlich als kleine Fingerübung für eine Zugfahrt begann ist zu einem wahren Meisterstück, und wahrscheinlich schon jetzt mein meist-getragenes Strickstück aller Zeiten geworden:

Prio eins hatte natürlich die Passform.

Erfahrungsgemäß brauche ich für den Alltag einfach Handschuhe, mit denen ich alles machen kann. Ständiges An- und Ausziehen ist mit Hund, Handy und Handtasche einfach nicht drin. So kam es bisher immer, dass ich tolle Handschuhe gestrickt und dann doch nicht getragen habe. Die x Mitts trage ich dagegen tatsächlich seit Wochen jeden Tag. 

Prio zwei: Reversibilität!

Häh? Wendbarkeit.

Von Anfang an gefiel mir die Innenseite der Handschuhe fast genauso gut wie die Außenseite. Doch mit keiner gewöhnlichen Konstruktion wollte es so aussehen und gelingen, dass auch der Daumen optimal sitzt & beidseitig hübsch anzusehen ist.

Der erste Versuch scheiterte kläglich.

Zum Glück habe ich eine ähnlich besessene Prototypentesterin, und nach etlichen Tüfteleien an zwei Testobjekten hat es dann alles hingehauen. Die Lösung ist nichts für blutige Anfänger, aber wenn du bereit bist der Anleitung genau zu folgen, lernst du eine vermutlich komplett neue Konstruktion kennen. Inzwischen zeigt der Alltagstest sogar, dass wir die Mitts genau gleichmäßig auf links und rechts tragen… denn beim Ausziehen zieht man sie fast automatisch auf links, so genau sitzen sie.

Prio drei: Spaß anne Freude

Das i-Tüpfelchen an einem Design ist natürlich immer, wenn es richtig Spaß macht danach zu stricken. Die Mitts sind so ein Projekt. Die Kombinationsmöglichkeiten der Garne sind schier endlos.

Du hast ein Knäuel verrücktes Verlaufssockengarn im Stash? Raus damit und auf die Nadeln! Kombiniert mit einer einfarbigen Sockenwolle kommt es erst richtig zum strahlen.

Dir liegt es eher etwas ruhiger, wohlmöglich hast du selbst bei diesem Wetter nichts gegen Grau in Grau? Aber Handschmeichler sollen sie sein? Wie wäre es mit Milano wie mein zweites, verschenktes Paar? Oder eine Luxusvariante in Cardiff Small?

Du willst die Handschuhe auch beim Straße fegen tragen? Kein Thema, such dir doch einfach zwei Farben vom robusten Sisu aus, oder probiere eine Kombi aus Regia und einem Zauberball! Vielleicht hast du aber auch einfach ein paar Garnreste in passender Stärke, und kannst mit den insgesamt 250m Garnverbrauch etwas Stash abbauen.

Das Tollste: Das eigentliche Muster ist super einfach. Du kannst dich komplett auf die Konstruktion konzentrieren, und damit du sicher keine Schwierigkeiten hast gibt es (wie inzwischen immer bei meinen englischen Mustern) für jeden Stolperstein einen Link mit Tutorials.

Die Hauptsache ist nur, dass du deine Maschenprobe im Auge hast! Denn für den optimalen Sitz brauchen die Fingerlinge auf jeden Fall “negative ease”, sollen also beim Tragen etwas gedehnt werden. Meine 2,5mm Nadel ist dabei nur eine Richtschnur, alle Testerinnen mussten signifikant fester stricken als sie es gewohnt waren. 

Die Anleitung für die Mitts gibt es bei Ravelry und auf loveknitting, ich freue mich darauf vielleicht bald dein Paar als Ravelry Projekt zu sehen?

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Das Bobble Sheep von Purl Soho

In meinem Kopf schwirren zu jedem möglichen Moment mehrere Sprachen herum. Am verfügbarsten ist eigentlich immer Englisch, wenn du mich nachts um 3 aus dem Schlaf rüttelst und mich nach meiner Meinung zur Fiskalpolitik befragen solltest, ist es hoch wahrscheinlich, dass ich dir auf Englisch antworten würde.

Wenn ich krank oder erschöpft bin, schaue ich gerne Disney Filme auf Norwegisch, das ist Kindheit. Schwedisch ist die Sprache mit meinen Leih-Eltern und Schwestern aus meiner Schulzeit. Deutsch spreche ich schon immer, wie man aber vielleicht merkt fehlt mir oft der kürzeste Weg etwas auszudrücken. Die Französisch Fragmente aus jahrelanger Tortur sind inzwischen mit Bruchstücken Italienisch aus meinem Studium in Rom geflickt – alles zusammen ergibt ein verlässliches Gerüst um bisher noch jede Situation in Frankreich oder Italien zu meistern, aber keine elegante Konversation.

In meinem Kopf entstehen manchmal die wildesten Verknüpfungen zwischen den Sprachen, ich erkenne Gemeinsamkeiten, mische teilweise die falsche Grammatik unter, und und und.

Purl Soho Bobble Sheep Stichfest Troll Kuscheltier Kissen stricken Wärmflasche
Das “Schaf” finde ich mehrsprachig betrachtet ungewöhnlich:

Bei den allermeisten Tieren sind sich die germanischen Sprachentwickler wohl irgendwie einig gewesen. Hund heisst auf schwedisch und norwegisch hund, auf englisch kann man auch hound sagen, woher dann aber dog kommt? Puh. Katze, katt, katt, cat, selbst französisch chat und italienisch gatta klingt als hätten die Europäer sich sprachübergreifend über das gleiche Tier unterhalten.

Purl Soho Bobble Sheep Stichfest Troll Kuscheltier Kissen stricken WärmflascheUnd dann halt das Schaf. Das englische sheep sehe ich noch ein. Dass es dann auf französisch direkt mouton für das männliche und brebis für das weibliche heisst, was wiederum keine Ähnlichkeit mit dem pecora der Italiener hat, das finde ich überraschend. Doch selbst die Skandinavier sind sich nicht einig: Die Schweden nennen es får (sprich: foooohr), während das norwegische Schaf für deutsche Ohren total belämmert “sau” heisst.

Purl Soho Bobble Sheep Stichfest Troll Kuscheltier Kissen stricken WärmflascheMan findet daher in Norwegen häufig Warnschilder, bitte die Hunde anzuleinen, wegen “beitende sauer” = grasende Schafe, keine bissigen Schweine. Übrigens auch der Grund warum ich mich bei der sprichwörtlichen eierlegenden Wollmilchsau immer nur an den Eiern gestört habe. Wolle und Milch geben norwegische Sauen zweifelsfrei. Eier aber nicht.

Bobble Sheep Purl Soho Ravelry Stichfest Troll Merino Gotland Kuscheltier Kissen WärmflascheDas schwedische Schaf und ich hatten dann kurz nach meiner “Einschulung” im schwedischen Gymnasium ein lustiges Missverständnis:

Zu der Zeit gab es ein Lied in den Charts “fiskar som viskar” (Fische die flüstern). Es wurde rauf und runter im Radio gedudelt, der Text ist… naja… flüsternde Fische albern. Und daher habe ich mich auch nicht weiter über eine Textstelle “alla får lägger sig var de vill i parken” gewundert. Für mich hieß das: Alle Schafe legen sich wo sie mögen in den Park. Später singen die Schafe auch im Takt den Refrain. Klare Kiste. Bei flüsternden Fischen sind chillende, singende Schafe jawohl keine Unmöglichkeit.

Purl Soho Bobble Sheep Stichfest Troll Kuscheltier Kissen stricken WärmflascheAber: Es ging nie um Schafe. “Får” ist nicht nur Schaf, sondern auch die Verbform von “få”, in diesem Fall “dürfen”. Alle dürfen sich wo sie mögen in den Park legen, und sie dürfen auch singen. Menschen. Keine Schafe. Kaum hatte ich gelernt dass ich “sau” mit “får” ersetzen müsste, da zeigt sich: Die Schweden haben das gleiche “får” wie die Norweger, aber eben auch noch vierbeinige. Von da an habe ich zum einschlafen “får” gezählt (oder wie der Schwede sagt:  gerechnet).

Bobble Sheep Purl Soho Stichfest Troll stricken Gratis Anleitung Kissen Kuscheltier WärmflascheKomisch, oder? Gerade wo doch Hirten so viel wandern, hätte man doch erwarten können, dass sich ein Name länderübergreifend durchsetzt.

Aber egal wie man sie nun nennt, Schafe sind die besten! Schließlich geben sie Wolle, sind nette Zeitgenossen, und sehen eigentlich immer putzig aus.

Ganz in der Nähe von unserem Ferienhaus gibt es eine Herde mit den allertollsten Schafen, die Gotland Herde in Visseltofta. In unserer (touristisch eher unerschlossenen) Gegend, ist das Café ein schönes Ausflugsziel, und die Herde grauer Lockenköpfe ist für Kinder immer ein Highlight.
Der kleine Neffe war bereits dort. Letztes Jahr. Frisch geschlüpft. Und hat direkt ein graues Lockenfell mit nach Hause bekommen. Es liegt in seinem Bett.

Purl Soho Bobble Sheep Stichfest Troll Kuscheltier Kissen stricken WärmflascheAls Julia und ich irgendwann beschlossen hatten beide das Bobble Sheep von Purl Soho zu stricken, da wusste ich daher sofort: ein Gotland Schaf soll es werden. Für den Neffen. Er wird in dem Glauben aufwachsen, dass Schafe immer grau mit Locken und schwarzem Kopf sind. Wie die Visseltofta Schafe. Troll liefert zum Glück genau die passenden Farben in dickem Merinogarn.

Und als ich dann letztens kein “nebenbei Projekt” mehr hatte, da bin ich endlich dazu gekommen das Schaf anzuschlagen. Julia war da schon fertig. Ihrs ist klassisch schwarz-weiß, von Julia inspiriert hat Juliane ein schwarzes Schaf gestrickt.

Mein kleiner Gote war super schnell fertig. Nadelstärke 8mm und so.

Purl Soho Bobble Sheep Stichfest Troll Kuscheltier Kissen stricken WärmflascheUnd kaum lag er da, da wollte ich ihn schon nicht mehr abgeben. Diese abstehenden Ohren. Das plusterige Fell. Der Lämmerschwanz (nicht nach Anleitung, das Original sah nach Kaninchen aus, ich habe einfach ein drittes, längeres Ohr an den Hintern gesetzt). Die kess stupsig weiße Gotland Nase! Der Zufall will, dass der kleine Gote genau um ein Körnerkissen von mir passt. Und um die Wärmflasche. Und der Neffe hat ja schon sein Schaf. Also ein Fell zumindest. Und er braucht ja auch was zum spielen, wenn er bei der Lieblingstante zu Besuch ist. Hah! Mein Schaf 🙂

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Wenn es mal nicht pairfect wird

Achtung: Die Garne für diesen Beitrag stammen aus einem PR Sample.
Es ist kein Geld geflossen, aber für die Wolle habe ich nicht bezahlt.

Die Anleitung für meine Pairfect Pants ist inzwischen über ein Jahr alt, und den Ravelry Downloads zufolge gibt es inzwischen meine Hosen auf allen Kontinenten!!!
Mein Neffe gehört bekanntermaßen zu den Trägern, und obwohl er ja fast genauso alt ist wie die Anleitung, passen ihm seine immer noch… da sag mir noch einer es würde sich nicht lohnen für die Kiddies zu stricken. Zusammen mit seiner Rapunzel Zopfhose hatte er in den vergangenen Monaten eigentlich kaum Bedarf an gekauften Hosen. Wolle wächst halt mit!

Mich fasziniert ja selbst, dass bisher jede Färbung der Regia Pairfect für die Anleitung geeignet war, es sieht immer genauso aus, als wäre die Breite eines Windelhinterns Maßstab für die Färber gewesen, denn es geht bisher immer auf. Daher habe ich die Anleitung ja auch nach diesem bestimmten Garn benannt, und empfehle es auch weiterhin uneingeschränkt.

Ich bin eine Pairfectionistin

Und da das bekannt ist, hat mich schlaue Rebekka auf der H&H zielstrebig zum Regal mit dem neuen Lana Grossa Garn “1:1” geführt. Denn das ist die neue Alternative für uns Pairfectionisten.

Grundsätzlich versuche ich ja meinen Stash zu verkleinern, daher nehme ich nur PR Sample an, auf die ich wirklich gespannt bin, und für die ich ein zeitnahes Projekt schon vor meinem inneren Auge sehe. (Oder zumindest versuche ich mich so selbst zu disziplinieren, denn seien wir mal ehrlich: Manchmal ist man wie in Kind im Candyshop, und dieses eine Knäuel wunderweicher Wollhimmel muss her, ob stashneutral oder nicht.)

Bei der 1:1 konnte ich natürlich nicht widerstehen, zu groß war meine Neugier ob auch hier die Färbung so genau passen würde.

Spoiler Alert: 1:1 Pants 

Lana Grossa hat mir nach der Messe je eine Farbstellung der 1:1 Varianten geschickt, denn genau wie bei der Pairfect wird es eine komplett gemusterte und eine mit uni-Anteil geben. (Übrigens kommt das Garn im Sommer 2018 auf den Markt, bisher ist es aber noch nicht auf der Lana Grossa Seite zu sehen.)
Anders ist, dass die 1:1 in zwei 50g Knäueln geliefert wird.

Das finde ich ehrlich gesagt eine tolle Idee. Noch vor ein paar Monaten hätte ich daran keinen zusätzlichen Nutzen gesehen, aber inzwischen:

Mit zwei kleinen Knäueln kann man prima zwei Socken gleichzeitig stricken, das habe ich dir hier ja schon gezeigt. Mit der gleichen Logik könnte man natürlich auch beide Beine für die Babyhose auf einmal stricken – suuuuper! Und es erspart auf jeden Fall das lästige Abrollen nach dem ersten Bein.

Aber auch für Einzelsockenunterwegs-Stricker (wie ich es normalerweise weiterhin bin), sind 50g Knäuel eine tolle Sache, denn man muss natürlich weniger Platz in der Handtasche für das Strickzeug reservieren. Das zusammengeschrumpfte Projekt auf dem Sockenwunder passt dann übrigens auch in die Abends-Ausgeh-Handtasche, so dass ich inzwischen selbst auf dem Weg zum Restaurant stricke… die rollenden Augen auf dem Fahrersitz  kannst du dir zwar vorstellen, aber hey: Wer sich auf fertige Wollsocken stürzt, der darf nicht über meine Beschäftigung spotten!

Zurück zum 1:1. Aufgrund von aktuell knapper Strickzeit habe ich die beiden 100g Pakete bei meinen Münsteraner Strickmädels Julia und Saskia verteilt. Die beiden haben geknobelt, und Julia hat eine 1:1 Dungarees Latzhose aus der teilweise einfarbigen Version gestrickt, während Saskia die komplett gemusterte Wolle verarbeitet hat.

Fazit: Cool!

Die Anleitungen gehen beide super auf! Der Neffe hat zur Sicherheit beide nochmal Probe getragen, und da ist nix zu meckern.

Farblich ist die 1:1 deutlich anders als alle bisherigen Pairfect Farbstellungen, und falls bisher noch nichts für deinen Geschmack dabei war, dann hast du ab diesem Sommer auf jeden Fall eine erprobte Alternative.
Da die brandneuen Knäuel noch keine offizielle Banderole hatten, war für die beiden Mädels das Ganze eine Art Wundertüte, und um ehrlich zu sein hielt sich die Begeisterung für die Farben zu Beginn in Grenzen. Mich erreichten Beschreibungen von “80er Trainingsanzug” über “da kommt ein Streifen Neon-Kotze”. Aber schlußendlich loben wir doch die Produktdesigner: Die fertigen Hosen werden wohl nicht wieder hergegeben, denn so unerwartet die einzelnen Farben teilweise waren, als Ganzes ist das Konzept dann absolut stimmig 🙂

Ach ja: Etliche Fühltests im direkten Vergleich zur Pairfect, während und nach der Verarbeitung, haben ergeben, dass wir alle die 1:1 für deutlich dünner/leichter/flexibler halten, und damit auch etwas weicher. Vom Bauchgefühl her würde ich sie daher für den Sommer empfehlen, und ab Krabbelalter zur Vorsicht Knie-Verstärkungen aufstricken oder -nähen.

Was meinst du? Wird 1:1 eine pairfecte Alternative für dich?

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Pöggsken un’ der Sonnenschien

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<PR Sample>
Ich habe das Garn “Regia Premium Silk” von Schachenmayr kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Das Garn ist ab Sommer 2018 im Handel

Es gibt auf Münsterländer Platt dieses Gedicht vom Pöggsken, das ich von ganz Klein auf kenne:

Pöggsken

Pöggsken sitt in Sonnenschien
Oh, wat is dat Pöggsken fien
Met de gröne Bücks!
Pöggsken denkt an nix.
Kümpt de witte Gausemann,
Hätt de raude Stiewel an,
Mack en graut Gesnahter.
Hu, watt fix
springt dat Pöggsken met de Bücks,
Met de Bücks in’t Water!

Falls dein Platt nicht ganz flüssig ist, es geht um einen Frosch, der mit einer Hose bekleidet in der Sonne sitzt. Dann kommt eine rotgestiefelte Gans schnatternd daher, und der Frosch hüpft geschwind mit der Hose ins Wasser.

Damit hätten wir die heutige Lektion in Mundart auch wieder beendet, aber findest du die Vorstellung vom zufrieden chillenden Fröschlein nicht auch zu herrlich? Und im Moment scheint ja wirklich so strahlend die Sonne, ich kann ihn fast vor mir sehen.

emils body baby stricken wolle garn regia premium seide silk DIY Kinder Mission MinimaschenWas das ganze mit dem knallgelben Body zu tun hat? Ist ja eher keine gröne Bucks, nicht wahr?

emils body baby stricken wolle garn regia premium seide silk DIY Kinder Mission MinimaschenAber der kleine Neffe erinnert mich im Moment auch so an einen Frosch, wie er auf dem Bauch liegt und behäbig seine Anstalten macht ins Krabbeln zu kommen. Zusammen mit dieser sonnenblumengelben Farbe ist dann doch wohl wieder der Zusammenhang zum Pöggsken in Sonnenschien hergestellt, oder?

Vor ein paar Wochen habe ich von der Schachenmayr Steffi ein knallgelbes Knäuel zugesteckt bekommen, ohne Banderole, soll mal gucken was ich davon halte, neues Regia Premium Silk. Zutaten: 55% südamerikanisches (mulesing-freies) Merino, 25% Poly, und 20% Seide. Da lacht das Tantenherz!

emils body baby stricken wolle garn regia premium seide silk DIY Kinder Mission MinimaschenDenn Wolle, Seide & Poly macht in meinen Augen das perfekte Gemisch für Babykleidung: Weich, warm aber kühl auf der Haut (Seide!!!), und dann auch noch maschinenwaschbar. Die Eltern vom Neffen teilen diese Einschätzung, und haben für den Kleinen direkt am Anfang noch Woll-Seide-Bodies gekauft. Dann habe ich im Herbst den Emil-Body entwickelt…

Der Original Emil-Body besteht aus Merino, Seide, Mohair und Poly, und war das perfekte Kleidungsstück für den ersten Winter, denn der Mohairanteil ist ganz ganz weich und hält extra warm ohne zu pieksen. Wichtiger ist aber: Ich habe mir die Form und Konstruktion des Bodies wirklich genau überlegt – manchmal ist es sehr hilfreich dass ich in meiner Zeit als Category Manager Kids einen Berg an Wissen über Kinderkleidung angesammelt habe:

  1. Im ersten Lebensjahr können Babies sehr schlecht ihre eigene Körpertemperatur regulieren, man sollte also temperaturausgleichende Textilien bevorzugen.
    Die Natur hat uns da prima ausgestattet: Alpaka, Lama und Schaf sind von der Evolution so gemacht, dass sie sommers wie winters draußen sein können, ihre Haare halten Wind und Nässe draußen, die Hauttemperatur und -feuchtigkeit ist quasi konstant, egal bei welchem Wetter. Falls du mal wieder auf jemanden triffst, der Acryl für Babysachen verstrickt, weil es ja sooooo weich und maschinenwaschbar ist: Acryl ist NULL temperaturausgleichend, und für Babies die absolut falsche Faser. Außerdem fängt es schnell an zu stinken. Baumwolle ist übrigens auch nur bedingt optimal, es ist aber super belastbar, und solange man das Kind im Zwiebellook dicht einpackt…
  2. Wolle wächst eine Weile lang mit. Besonders Merino, eine wirklich erstaunlich elastische Faser.
  3. Babyhaut ist meist überhaupt nicht so sprichwörtlich empfindlich.
    Solange das Baby keine Neurodermitis oder Allergien hat, reagiert die Haut eher positiv auf Wolle. Ein Empfinden für kratzig oder weich besteht eigentlich noch nicht. Probleme können nur entstehen, wenn die Kleidung (egal aus welchem Material) zu eng an der Haut anliegen und Reibung verursachen. Besonders da so kleine Menschen noch keine Kontrolle über Körperflüssigkeiten haben, werden die Klamotten häufiger mal leicht angefeuchtet und schubbern dann so richtig fies. Daher lieber schön locker, aber Wolle.
  4. Die Form folgt der Funktion. Du kennst das wahrscheinlich als DIE Design Maxime des Scandinavian Design, “Form follows Function”. Es bringt überhaupt nix, etwas zauberhaft putziges zu stricken, wenn das Baby sich nicht wohlfühlt, oder wenn die Eltern sich beim An- und Aussziehen verrenken müssen. Für die Funktion “Maximaler Komfort für alle Beteiligten” ist dann die Form von Emil entstanden: Genug Platz für die Windel, Druckknöpfe im Schritt, weite Ärmel, soweit so gewöhnlich. Spezieller (und auch mit etwas Strickkönnen verbunden), sind die ausgeschnittenen Ärmel, der amerikanische Ausschnitt, und die Kontrastkanten. Alle drei sind nichts für blutige Anfänger, ich erkläre aber im Muster so gut ich es kann – u.a. mit Links zu Tutorials – und die Tester sind gut zurecht gekommen. Warum ich sie jeweils für sinnvoll erachte:emils body baby stricken wolle garn regia premium seide silk DIY Kinder Mission Minimaschen
    1. Ausgeschnittene Ärmel lassen den kleinen Menschen fast so frei mit den Armen rudern wie ganz ohne Klamotten. Ich halte persönlich gar nichts davon einem Baby die Bewegungsfreiheit einzuschränken, führt meist zu Gebrüll.emils body baby stricken wolle garn regia premium seide silk DIY Kinder Mission Minimaschen
    2. Amerikanischer Ausschnitt, oder Overlap Collar, ist bei genähten Bodies die häufigste Form. Aus gutem Grund: Wenn mal was daneben geht, ist dieser Ausschnitt so flexibel, dass der Body über die Schultern nach unten gezogen werden kann. Versteht man erst dann richtig, wenn man das erste Mal vor der Herausforderung steht ein zugesifftes Stück Stoff ohne Berührung an der Nase des Kinds vorbei zu bekommen, ohne dabei selbst in die Sauerei reingreifen zu müssen. Deutlich genug? Der Ausschnitt ist die Arbeit wert!emils body baby stricken wolle garn regia premium seide silk DIY Kinder Mission Minimaschen
    3. Die Kontrastkanten habe ich aus einem extra weichen Garn (Lamana Como) angestrickt, so dass an den feuchtigkeitsverdächtigen Stellen auch bei kleinen Unfällen nichts schrubbert. Sieht nebenbei auch noch toll aus. Und ja, ich habe anatomisch begriffen, dass aus den Händen keine Flüssigkeit austritt, aber erklär das mal den ewig angelüllerten Ärmeln meines Neffen 😉 Diesmal reichte leider der Como Rest nicht mehr für die Beinöffnungen, aber das Silk ist so weich, das wird schon klappen…

Joa, soweit so gut. Wenn du schon seit dem letzten Emil Body hier mitliest, dann weisst du das vermutlich auch alles schon…

Aber: Ein halbes Jahr nach dem ersten Emil ist der kleine Mann aus seinem Body endgültig rausgewachsen. Es wurde schon um Nachschub gebeten, denn über den Winter war der Emil das Lieblingsteil im Dauereinsatz (gemeinsam mit den 4 Paar Pairfect Pants/Dungarees). Da kam mir das PR Knäuel von Schachenmayr gerade recht.

In der Größe 9 – 12 Monate reichte es genau. Absolute Punktlandung! 100 g Regia Premium Silk, und ungefähr 2-3 Gramm Rest Como von der Kjell Babydecke, und fertig ist das fröhlich strahlende Sommeroutfit!

emils body baby stricken wolle garn regia premium seide silk DIY Kinder Mission MinimaschenJa und was soll ich sagen? Ich kann jetzt das Garn in den Himmel loben, oder einfach nur gestehen dass ich der Schachenmayr Steffi auf der H&H direkt noch ein Knäuel abgenommen habe, denn jetzt will ich etwas für mich aus dem feinen Zeug 😉

emils body baby stricken wolle garn regia premium seide silk DIY Kinder Mission MinimaschenDu bekommst das Garn ab diesem Sommer im Shop, ich werde dann bestimmt auch das Garnpaket anpassen. Aber bis dahin geh ich jetzt erstmal wieder den Sonnenschien genießen.

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FO Freitag V

Lang lang ist’s her seit FO Freitag IV, und jetzt gerade ist Eile geboten.

Warum?

Weil laut DHL gleich noch ein Paket aus den USA eintrifft. Und nach dessen Ankunft müsste ich hier eine komplette Niederlage eingestehen, denn das Paket enthält unter anderem 900g Suchtmittel für den privaten Gebrauch (keine Sorge: Wolle)… aber solange es noch nicht da ist, kann ich noch so tun als hätte ich mich halbwegs unter Kontrolle.

Ach ja, dann ist natürlich auch noch ein Paket von bokkilden unterwegs, aber Strickbücher zählen ja nicht zum Stash, oder?*

Jedenfalls…Zuwachs:

Auch vor dem USA Paket kann ich keinen reinen Stash Abbau vermelden. Aber: Immerhin habe ich seit dem letzten FO Freitag nur 350g Wolle gekauft. Nimmt man aber die PR-Samples der letzten Wochen und Monate und ein Sockenwoll-Dankeschön der herzallerliebsten Carina (im USA Paket ist auch eine Kleinigkeit für den Sohnemann), dann lande ich bei unfassbaren 1,410 kg neuen Garnen im Stash!!!!!! Ist das zu fassen?

Dabei habe ich doch sogar auf der H&H jedes nicht absolut zwingend notwendige Testknäuel dankend abgelehnt. Das Wollbüffet beim Bloggertreffen habe ich komplett links liegen lassen. Aber klar, ich bin auch nur ein Woll-lustiges Wesen, und ich kann halt nicht an einem absoluten Traumgarn vorbeigehen. Besonders nicht wenn es von meinen Lieblingsherstellern kommt und mich direkt eine kreative Idee befällt. Und was ich für den Shop in Betracht ziehe, das teste ich sowieso bevor ich es verkaufe.

Es sind insgesamt 960g von Garnfirmen zur Verfügung gestellter Neu-Stash zusammengekommen 😮 . 330g davon sind schon wieder verstrickt/auf den Nadeln, 200g schon angestrickt und wieder aufgeribbelt, die Idee muss nochmal gemacht werden. (Die Garne erwähne ich dann jeweils wenn ich die Projekte vorstelle, dann kennzeichne ich auch als PR Sample )

Bleiben noch zu erklärende 350g, nämlich die selbstgekauften. Komplette Lust-Käufe auf dem Leipziger Wollefest. Katha hatte mich spontan animiert, und wenn ich erstmal Eintritt in eine Halle voll Garnen bezahlt habe, dann finde ich 350g wirklich noch ein Zeichen guter Selbstkontrolle.

Zwei Stränge (200g) eines indischen Sozialprojekts sind’s geworden. Naturfarben, von Frauen aus der Gemeinde gesponnen und von einer Repräsentantin der Organisation in Leipzig angeboten. Das Garn ist sehr rustikal, auch nicht 1000% gleichmäßig versponnen und riecht fantastisch nach Schaf. Einen Verwendunsplan habe ich tatsächlich nicht. Das Konzept fand ich unterstützenswürdig. Vielleicht nehme ich es als Kontrast für meine 100.000 Felted Tweed Reste vom Sage und stricke einen Kissenbezug. Das plane ich eigentlich schon lange.

Komplett am anderen Ende des Garnspektrums sind die restlichen 150g: weiiiiiiiiich! Meine Woll-Trüffelschwein-Nase ist echt gut ausgebildet, und irgendwie habe ich Garne entdeckt, die keiner meiner Mitreisenden aufgefallen sind. Ich glaube es war die etwas ungewöhnliche Wicklung, meine Neugier war geweckt, ich habe angefasst und nicht wieder losgelassen. Made in China. Zwei Knäuel sind 70% die Haare des mir vorher unbekannten Wasserhirschs (Musk Deer) zusammen mit etwas Cashmere und Merino, ein Knäuel ist 75% Tibetischer Nerz mit Merino und Seide. Natürlich habe ich mich gesträubt, und habe um mich selbst abzuhalten nachgefragt: Wieviel Tierquälerei muss so ein armer Wasserhirsch oder ein tibetischer Nerz über sich ergehen lassen, damit ich ein kuschelweiches Garn nach Hause schleppe? Die Antwort war für meine Zwecke wenig hilfreich, aber verdammt gut: Gar keine. Die Viecher leben in einem großen Gehege, in dem überall Sisal-Pöller aufgestellt sind, daran reiben sie sich für die Fellpflege. Die Sisal Teile werden ausgewechselt, und das abgeschrubberte Fell wird zu Garn versponnen. Klingt irgendwie aufwändig, aber der Preis war jetzt auch nicht ganz niedrig, ich hoffe die Geschichte war nicht spontan für mich ersponnen. Jedenfalls MEGA weich, MEGA Farben, und MEGA Glücksgefühl. Auch hier: Kein wirklicher Plan. Innenfutter für Handschuhe vielleicht. Jedenfalls brauchte ich dieses Garn ganz zweifelsfrei.

Zum Abbau, bzw. den FOs:

Flipper Genser Kinder Pullover Sandnes Garn Design stricken Sisu Mein Flipper aus Sisu ist fertig(-gestrickt. Muss noch nähen). Der wiegt 177g für die Größe 1-2. Da der Neffe allerdings noch relativ kurz ist, glaube ich dass ich mir dieses Teil für Weihnachten aufsparen kann. Bisher dürfte das eher eine Tunika sein. Und bis Weihnachten werde ich mal schauen ob aus den Resten noch jeweils ein Paar Socken für den Lütten, seinen Papa und seine Oma werden können, jeweils mit dem Flipper Muster. Das fände ich ein cooles Weihnachtsfoto…

Pullover Leon / Leonore Unisex Kinder Pullover stricken Anleitung einfach Stichfest118g Alpakka Ull sind in den blauen Leon Pulli gegangen. Der dürfte auch schon eher passen, Mini bekommt ihn Anfang der nächsten Woche überreicht. Das Muster ist notiert und ich rechne gerade an weiteren Größen. Die hellrosa Leonore Version liegt hier seit Herbst und wartete auf einen Geistesblitz für Verbesserungen.

Spinnennetz Tuch spiderweb steek stichfest208g Small und Cusco sind zu einem neuen Tuch geworden. Es war der Hingucker auf der H&H, ich glaube bisher habe ich noch NIE so viele wildfremde Menschen spontan nach meinem Hals greifen gehabt, und dabei hatte ich die Reaktionen auf Goosebumps kaum für steigerungsfähig gehalten. Die Anleitung steht in den Test-Startlöchern, wir (hauptsächlich Julia) nehmen gerne neue Testwillige in die Kartei auf, Interesse bitte unter testknitting {at} stichfest.net anmelden.

bienenwabe patent brioche shawl stricken stichfest designAm letzten Tag der H&H hatte ich dieses Tuch um, und die Reaktionen waren – wenn man die Müdigkeitslevel nach zwei Messetagen einrechnet – fast genauso überschwänglich wie für das blaue Tuch. Es wiegt nur 167g, jeweils etwa zur Hälfte Puno und Small. Der Materialaufwand ist also deutlich geringer, der Zeitaufwand aber nicht (beide Tücher sind nix für Memmen, dafür aber komplett beidseitig einsetzbar ;-)). Auch hier wird es demnächst einen Test geben.

ringelsocken stricken stichfest sisuDann habe ich insgesamt 471g Socken fertig. Zwei Paar Ringelsocken für mich, ein Paar Petty Harbour für meinen herzallerliebsten Cousin, ein Paar Leo Socken für die herzallerliebste und fürsorglichste Physiotherapeutin mit Katzentick. Und im Rahmen der Regia Hyggesockenaktion noch die second socks für Waldemar und Bel Ami aus meiner Fraulein Wunder Sammlung ganz für mich allein.

Dann sind noch 123g in die Thrummed Mittens vom Februar geflossen, 52g in die Marktfrau Rudolph vom März. Der Neffe hat ein Bonnet bekommen – 32g – dafür habe ich Reste von der Läusekofte verwendet. Gestrickt habe ich quasi ein Pairfect Bonnet (geht nämlich super auch ohne Pairfect), und so weit das Garn reichte sogar das Läusemuster der Kofte aufgegriffen. Das ist im Moment seine Go-To Mütze, und schätzungsweise kann sie das auch noch für ein weiteres Jahr sein, denn der Schnitt ist wirklich mitwachsfähig – vor allem in Merino.

Vogelflug Tuch Schal fugleflugt Shawl Stichfest fairisle steekLast but not least sind noch zwei Tücher fertig geworden. Das eine befindet sich (weit fortgeschritten) noch in der Testphase: Mein Fugleflugt besteht aus 237g Cashmere 6/28. Hat ewig auf meinen Nadeln gewohnt, irgendwann habe ich mich aufgerafft und es in kürzester Zeit fertig gestrickt.

389g sind wiederum in eine zweite Version der Babydecke vom Neffen verwandelt. Diesmal habe ich eine andere Methode gearbeitet, rundgestrickt und mit Steek, dazu einen schön schweren Rand, denn diesmal möchte ich es als Tuch tragen, und ich liebe Tücher die zwar leicht sind, aber durch eingeplante Schwerkraft einen schönen Fall haben. Dieses Prinzip nutze ich bei fast allen meiner Entwürfe, und glaub mir: Es steigert den Tragekomfort, und dein Tuch kommt auch deutlicher zur Geltung. Dieses Muster ist jedenfalls fertig getestet, falls du also Verwendung für eine Babydecke oder einen quadratischen Schal hast: Hier gibt es die Anleitung, sowohl als ganz einfache Anfängerversion wie die Babydecke, als auch die etwas kompliziertere Version von meinem Tuch erklärt.

Macht summasummarum:

Alter Bestand: + 31g seit Messbeginn
Verbrauch: – 1974g seit FO Freitag IV
Zuwachs: + 1410g seit FO Freitag IV
Aktueller Stand: – 533g Netto Stash Abbau seit Beginn der Stashbezwingung.
Doch das DHL Lieferfenster ist wie gesagt bereits offen… ich stricke also lieber fix weiter, damit ich beim nächsten Mal hoffentlich weiterhin einen Nettoabbau vorweisen kann…

*Während ich diese Zeilen schreibe erreicht mich die Nachricht von DPD, dass man versucht hat mich 2x anzutreffen und ich bitte sagen soll wo ich bereit wäre mein Paket anzunehmen. Verdammt, da war ja noch was. Rebekka und Tanja hatten da ja noch was für mich angekündigt… hatte ich total verdrängt und war einfach nicht an der verabredeten Adresse geblieben. Naja, jetzt kommt das Paket hinter mir her, und ich werde vermutlich noch mehr Wolle unter’s Sofa schubsen müssen… Spielsüchtige können sich doch auf so eine Liste setzen lassen, und können dann nicht mehr in Spielhallen…ob es sowas für Wollgeschäfte gibt? Und kann mir jemand bitte vor der nächsten H&H mit einer Maschenprobe voll Chloroform auflauern und mich für das betreffende Wochenende außer Gefecht setzen?

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Das Jahr der Handschuhe II

Thrumming

Der zweite Monat im Jahr der Handschuhe hat mich weit reisen lassen, an einen Ort, den ich bisher nur aus dem Flugzeugfenster gesehen habe: Neufundland.

Offizieller Name der kanadischen Provinz ist “Newfoundland and Labrador”, da schlägt das Hundemenschenherz direkt zweimal hoch! Und auch wenn der Labrador ein recht dünn behaarter, aber oft von Speckröllchen gewärmter Geselle ist, der Kollege Neufundländer zeugt mit seinem Pelz vom harschen Klima seiner Heimatgegend.

Wer Haustieren ein dickes Fell anzüchtet, der wird meist auch erfinderisch wenn es um menschliche Funktionskleidung geht, das gilt auch für die Neufundländer. Um warme Hände zu behalten, haben sie sich eine eigene Methode ausgedacht um Handschuhe zu isolieren: Thrumming.

Eingestrickte Fäden machen ein schönes Muster und halten die Hände warm

Auf den ersten Blick sieht das aus wie ein sehr einfaches Fair Isle Muster, das von jemandem mit schlechter Fadenspannung gestrickt wurde. Aber Thrumming ist ganz anders!

Ich finde für diesen Begriff keine eindeutige Erklärung, denn direkt übersetzt heisst es surren, brummen, aber auch mit einer Gitarrensaite Geräusche machen, oder an einer Gitarre zupfen… und zupfen könnte das Stichwort sein:

Die vielen hellen Herzchen / Läuse auf den Handschuhen sind einzeln eingestrickte Fäden. Traditionell wird dafür immer ein Büschel aus einem Fleece Rohwolle “gezupft” und eingearbeitet. Auf der Innenseite bilden die Büschel dann eine flauschige Schicht, die mit Handschweiß, Wärme und Bewegung schnell verfilzt. So werden die Fäustlinge annähernd wind- und wasserdicht – optimal für das örtliche Klima.

weiche Handschuhe strickenFür den deutschen Winter wäre das aber zu warm geworden, vor allem da mein Hund bei Nässe den Spaziergang sehr kurz hält (erwähnte ich mal, dass Madame einen äußerst ausgeprägten Willen hat?).

Also habe ich die Methode etwas abgeändert: Statt Rohwolle habe ich Merinodochtgarn in viele kleine Fäden zerschnitten und eingestrickt. So konnte ich die Länge und Dichte etwas besser regulieren. Außerdem fand ich die Idee von extra weichem Merino an den Händen ansprechender, denn unsere “Handarbeiterhände” sind schließlich etwas sensibler als der durchschnittliche kanadische Waldarbeiter zugeben würde, oder?

Für den Außenhandschuh habe ich ganz genau ein Knäuel vom Troll Garn verstrickt – auch das 100% Merino, so dass sich die Innenseite gut daran festfilzen wird. Falls du dir auch ein Paar stricken möchtest, hier gibt es ein Strick Kit – falls der angedrohte Wintereinbruch noch kommt bist du mit 5er Nadeln vielleicht sogar noch rechtzeitig fertig. Das eigentliche Thrumming ist ganz einfach, und wie es geht zeige ich dir in meinen Instagram Stories.

Und da mir der Schalk im Nacken saß, und ich noch einen Riesenberg an Farbproben auf kurzen Dochtgarnfäden (von einem inzwischen insolventen Hersteller) hier herum liegen hatte, habe ich auch eine knallbunte Version gestrickt:

Hier habe ich ein doppeltes Bündchen aus Nisse gestrickt, damit es auch bei der prallen Füllung eng anliegend ist. Von innen sieht das dann völlig durchgeknallt aus, und ist leider für den heimischen Winter viel viel viel zu dick:

Trotzdem habe ich den zweiten schon auf den Nadeln, vielleicht kürze ich auch die Fäden nachträglich noch, mal sehen.

Falls es dir nach so einer bunten Version ist, ich kann mir vorstellen, dass man das Langyarns Smilla gut dafür verwenden könnte…

Ach und die Neufundländer nutzen diese Technik wohl auch um sich Pantoffeln und Mützen zu stricken. Am Kopf möchte ich auf gar keinen Fall so ein Filzgewirr haben, aber die Pantoffeln reizen mich für den nächsten Winter schon… Bis zum nächsten Weihnachten kann der Neffe ja laufen, und braucht dann warme Puschen.

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7 Tipps für schöne Ringelsocken

Gibt es eigentlich irgendjemanden, der keine Ringelsocken mag?
Falls es so ist, behalt es bitte für dich, zerstör’ bitte nicht meine Illusion…

Also ich liebe Ringelsocken. An den Füßen sowieso, aber auch auf den Nadeln.

Durch das dauernde “ach einen Streifen schaff ich noch”, kommt man so unglaublich schnell voran, das Ergebnis ist schön anzusehen, und man kann auf kleinstem Raum mit Farben experimentieren ohne sich konzentrieren zu müssen.

Ich habe dir 7 Tipps zusammengestellt, die ich bei meinen Ringelsocken beachte:

1 Farbwahl

Ringelsocken sind per Definition mindestens zweifarbig und dadurch immer leicht verspielt. Mir ist immer wichtig, dass meine Socken nicht farbenfroher sind als die Charaktere die sie tragen.
Daher wähle ich eigentlich immer ein komplett neutrales Garn (mit 99% Wahrscheinlichkeit Regia 033 – flanell, oder Sisu in lys gråmelert ), und bunte Ringeln.
Um mir die Arbeit zu erleichtern, das Projekt transportfähig zu behalten, etc. beschränke ich mich möglichst auf zwei Knäuel – die Ringel werden also entweder auch einfarbig, oder aus einem Verlaufsgarn. (Oder ich mache es mir ganz leicht und nehme einfach ein gestreiftes Knäuel wie Regia Pairfect ;-))

2 Gradient

Ringelsocken sind eine tolle Möglichkeit um auch mal eins deiner Verlaufsgarne aus dem Stash zu verarbeiten.
Aber Achtung: So witzig ich auch die wirklich bunt gemusterten Sockenwollstränge immer finde, für Ringelsocken empfehle ich einen relativ langen Gradienten im bunten Garn.
Ständig wechselnde Farbflecken lenken eher vom Streifenmuster ab.
Mein Ziel ist eher Pippi Langstrumpf, eher nicht Lady Gaga.

3 Farbverteilung

Die klare Struktur der Ringeln wird durch das einfache Maschenbild rechter Maschen betont.
Die Ringelfarbe im Bündchenmuster oder mit Zu-/Abnahmen in Ferse/Spitze würde nicht gleichermaßen symmetrisch aussehen, daher stricke ich diese drei Teile immer einfarbig.

4 Afterthought Ferse

Für meine Socken benutze ich inzwischen sowieso nur noch die nachträglich eingestrickte Ferse.
Man kann sie farblich leichter absetzen, unterwegs kann man die Ferse erstmal auslassen, und am Ende ist sie leichter zu flicken.
Bei Ringelsocken und anderen mehrfarbigen Mustern finde ich es außerdem vorteilhaft, dass ich die Farbsequenz sehr einfach komplett beibehalten kann.

5  Schmale Streifen

Um nicht ständig Fäden vernähen zu müssen, führe ich die Fäden an der Innenseite des Rundenwechsels mit.
Das geht einfacher, je schmaler die Streifen sind.
Meine bevorzugte Breite sind 3-4 Runden pro Ringel.
Meistens stricke ich 4 x die bunten Runden und 3 x die einfarbigen, um die Farben neben den einfarbigen Teilen noch etwas hervorzuheben.

6 Verdrehen

Damit sich am Farbwechsel keine Löcher bilden, verdrehe ich jedes Mal die Fäden.
Dabei behalte ich die Richtung bei, der alte Faden wird über den neuen Faden nach rechts gelegt. Damit sich nichts lockert, halte ich den alten Faden noch für einige Maschen konstant stramm, dann lasse ich ihn los.
Wichtig ist, nicht zu viel Zug auf den Farbübergang wirken zu lassen, sonst verzieht sich die Socke.

7 Restbestände

Wenn du (wie ich) deine Sockenwollreste nie wegwirfst, hast du vielleicht (wie ich) einen großen Fundus an Kleinstmengen in den wildesten Farben.
Auch daraus kann man tolle Ringeln stricken.
Fäden gibt es dann natürlich reichlich zum Vernähen, aber das lässt sich bei besagten Kleinstmengen ja eh nicht vermeiden.

 

Noch ein kleiner Bonustipp nicht nur für Ringelsocken: Socken lassen sich ganz toll gemeinsam mit den Tatortstrickern um Lutz stricken.

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Flecken auf den Socken

*Achtung, Achtung, ich habe das Knäuel Sockenwolle im Beitrag nicht selbst bezahlt, sondern von Schachenmayr zum probieren bekommen. Der Gesetzgeber verpflichtet mich daher, den nachfolgenden Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Meine Meinung lässt sich aber nicht für den Preis eines Knäuels Sockenwolle kaufen, und wenn es noch so schön wäre.*Ende der Durchsage.

Vor ein paar Wochen habe ich von der Schachenmayr Steffi ein Probeknäuel der neuen Kooperation mit Wool and the Gang bekommen: das Kinda Magic Sock Yarn in der Farbe “Purfect Purple”.

Über diese Entwicklung hatte ich es schon munkeln hören. Gerüchteweise sollten Leo-Print und eine Afterthought Ferse vorkommen. Es mag auch sein dass ich leise Bedenken geäußert habe, denn bei einem so deutlichen Muster ist eine absolut konstante Maschenprobe nötig, und wer würde die denn für Socken wohl machen? Außerdem bin ich eine bekennende Zweiflerin am Leoparden Muster abseits vom Leoparden *hust*

Naja, aber es ist halt meine Lebensphilosophie (fast) alles Neue mal auszuprobieren, denn sonst hat man ja keine Meinung sondern nur Vorurteile.

Ran ans Knäuel

Zuerst habe ich mich über die Verpackung gewundert – im positiven Sinne – denn so ein extra Körbchen mit Guckloch ist ja nicht alltäglich.
Beim Auspacken hat sich mir der Sinn dann sofort erschlossen, denn irgendwo musste ja die wirklich umfangreiche, zweisprachige Anleitung untergebracht werden.
WATG und Regia stellen direkt auf der ersten Seite klar: Advanced/Schwierig. Kinda Magic Socks sind die tierfreundliche Leoparden Trophäe für Meisterstricker/innen.

Ganz so dramatisch ist es nicht, wer lesen kann und bereit ist eine Anleitung Wort für Wort zu befolgen (und auch mal was bei Youtube nachzuschauen), der kann das auch packen.

Das Stichfest Paar

Ganz und gar untypisch habe ich (erstmal) weisungskonform 60 statt meiner üblichen 64 Maschen angeschlagen. Vorsichtshalber auf 3,0mm Nadeln statt 2,5 nach Anleitung, denn ich weiß:

Fest, Fester, Stichfest

Wie gesagt, ich hatte Bedenken zur einheitlichen Maschenprobe. Denn wenn ich doch direkt am Rapport anfange, wo nehme ich dann Garn für ein Teststück her, und sowieso, Maschenprobe für Socken…Killefitt, wer macht denn sowas 🙂

Aber Regia und WATG haben eine (gar nicht so blöde) Lösung gefunden. Die ersten Runden fungieren als Mini-Maschenprobe.

Mit den 3er Nadeln kam ich hier genau hin. Und gefühlt war dann auch schon direkt die erste Socke fertig. Dabei hatte ich mir den Spaß schon verlängert.

Änderungen

Der Schaft war mir einfach viel viel viel zu kurz. Als der Farbübergang für die Ferse kam, habe ich einfach noch die Hälfte des Fersengarns an den Schaft drangehängt. Wollsocken trage ich, wenn es zu kalt für barfuß ist, also brauche ich keine Ankle Socks 😉

Übrigens habe ich mir an dieser Stelle die Augen reiben müssen: Wenn ich doch nach Anleitung eine Afterthought Ferse stricken soll, warum ist dann das Fersengarn mittendrin? Abschneiden, Wickeln, wieder ansetzen, später in die Ferse einstricken, das wären 4 Fäden extra zum vernähen gewesen. Nicht mit mir…

Ungefähr beim Fußteil habe ich dann auch entschieden, dass ich da gerade an einem Geschenkpaar stricke. Denn was könnte passender sein, als meiner Katzen-verrückten Physiotherapeutin ein Paar Socken zum Dank für meine Fuß-Heilung zu schenken?
Sie lebt allerdings auf kleinem Fuße, und meine Verlängerungstaktik führt dazu, dass sie kaum noch blaue Spitze bekommt… ein natürlich vollkommen beabsichtigtes Designelement!

Und weil ich ein Fan von Verpackungsrecycling bin, habe ich das Körbchen einfach direkt umfunktioniert:

Fazit

Das hat auf jeden Fall Spaß gemacht!

Etwas doof war, dass der Garnübergang von gelbem Starterfaden zur ersten Reihe rosa sehr schlecht zu erkennen war. Man munkelt ich habe da vielleicht beim zweiten Socken einen Fehler gemacht, und nachträglich einen rosa Rand annähen müssen, weil ich zu spät abgeschnitten habe…

Die Ferse hätte ich wie gesagt anders gelöst, habe ich auch, denn am Ende war noch so viel blaues Garn übrig, das hätte noch für 4 Fersen gereicht, obwohl ich ja jeweils eine Fersenmenge mehr verstrickt habe.

Abgesehen davon war es wirklich ein tolles Spaß-Projekt für zwischendurch. Und als Geschenk für meine liebste Cat-Lady: Optimal!

(Dieses Paar war annähernd stashneutral, rein und direkt wieder raus. Die 13 g Rest werde ich als Zuwachs verbuchen und zeitnah irgendwo unterbringen.)

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FO Freitag IV

Stashabbau Bestandsaufnahme Januar 2018

Lang lang ist’s her seitdem ich den Füllstand vom Stash öffentlich gemessen habe – und es hat sich gut was getan!

Der aktuelle Wert liegt noch 31 g über Anfangsbestand.

Klingt jetzt auf den ersten Blick als hätte ich in den letzten Wochen gar nichts geschafft, aber *hust* ich bin einfach mal wieder schwach geworden…

Also eigentlich war es ganz anders…

Ich war hammer produktiv in den letzten Wochen, habe 8 Projekte fertig gestrickt und damit insgesamt 759 g abgebaut:

Beim letzten FO Überblick waren die knallblauen Johnny’s schon 3/4 fertig, inzwischen sind sie gut eingetragen (sogar von mir). Der Schaft ist etwas kurz geraten, sie wiegen insgesamt nur 64 g

Noch ein Paar Socken ist bei mir geblieben, nämlich aus einem Knäuel Arne & Carlos Pairfect, das mir Tanja zusammen mit norwegischer Schoki geschickt hat – ein Schatz von Strickfreundin!
(Ich habe – als bekennender Pairfect Fan – natürlich die A&C Farbstellungen selber im Shop, aber dieses hier war ein Probeknäuel aus der Produktion, ohne Banderole, mit Fehlern, quasi was Besonderes ;-))

Ich habe fast das ganze Knäuel aufgebraucht, indem ich den eigentlichen Fersenteil noch für Schaft und Fuß genommen habe. Dafür habe ich vorher ungefähr die Hälfte des Fadens abgemessen, einen Knoten gemacht, und erst an dieser Markierung den Faden für meine Afterthought Ferse eingestrickt. Der deutlich längere Schaft macht 5 g Unterschied, diese hier wiegen 69 g und sind auch im Dauereinsatz.

Den letzten Rest dieses Knäuels habe ich für meine Entchen-Socken verbraucht, außerdem so gut wie alle gelben Pairfect-Starter-Fäden, die Julia und ich übrig hatten. Die Socken sind super angekommen, der Bruder ist schockverliebt. Insgesamt sind 102g darin verschwunden.

Noch ein Paar Weihnachtssocken ist aus den Invisisocks geworden. Größe 44/45 macht 74g Verbrauch Sisu. Das Garn ist einen Hauch dicker als die meisten 4-fädigen Sockengarne, es hat auch nur 20% Kunstfaseranteil. Die Socken fühlen sich ein ganzes Stück fester an, und passen sich super an den Fuß. Mir ist eine gute Passform immer wichtig, denn ich trage Wollsocken ja auch in Schuhen, und in den Winter-Schnürstiefeln gibt es nichts nervigeres als verrutsche Wollsocken.

Das letzte Sockenpaar ist auch direkt Teil meines Geständnisses: Ich habe mir selbst ein Paar Waldemar Socken nachträglich zu Weihnachten geschenkt. Der Kurzurlaub in Norddeutschland hat es ermöglicht, ich habe sehr monogam nur diese Socken gestrickt.

Das Garn war eigentlich nicht für mich gedacht, ich wollte es unserer guten Seele zu Weihnachten schenken, denn sie strickt mit Feuereifer Socken. Anstelle von Kunstfasern hat es Brennesselanteil für die Stabilität. Leider konnte ich es nicht verschenken, denn die Lieferung kam in katastrophalem Zustand bei mir an. Insgesamt hatte ich 8 Knäuel Garn (4 x Onion Nettle, 4 x Angora/Wolle – dazu später) bei Stephen & Penelope in Amsterdam bestellt um die Auslandsversandkosten über eine größere Menge Garn zu verteilen. Kein einziges dieser Knäule hätte ich verschenken wollen, die Banderolen waren allesamt beschädigt, verschmutzt oder zerrissen, und teilweise waren die Knäule so zerknautscht, dass sie sich abgewickelt und verknotet hatten. Das Päckchen war im Weihnachtsstress von DHL 2x fälschlicherweise nach Kopenhagen geleitet worden, und die Poly-Versandtasche hatte das leider nicht abfedern können.

Zum Glück war nichts wirklich kaputt gegangen, und für mich persönlich ist mir der Zustand der Banderolen relativ egal. Also habe ich jetzt 400 g Stashzuwachs (die 200 g Angora waren sowieso für mich gedacht), und unsere gute Seele hat ein anderes Geschenk bekommen.

Dann gab es aber noch 2 nicht-Socken Geschenke zu Weihnachten:

Der Neffe bekam eine Läusekofte nach der Anleitung aus meinem Makerist Kurs. Dass die nach dem Dreh schon zu 90% fertig war, habe ich hier schon beschrieben. Noch ist sie viel zu groß, 100 g Como werden wahrscheinlich sogar noch im nächsten Herbst Wärme spenden.

Die Mutter vom Neffen hat die Mamelucker bekommen. Sie ist letzten Winter hochschwanger sehr kompliziert am Bauch operiert worden, und natürlich hat die Narbe nach Bauchwachstum und plötzlichem Bauchwegfall sich nicht so schön entwickelt wie man hoffen würde. Die Mamelucker bieten genau an der Narbe eine gute Federung gegen die Reibung von Hose oder Rock, und wurde auch direkt über die Feiertage eingeweiht. Ursprünglich war die wollige Shorts zwar für mich gedacht, aber als sie mir von den Narbenproblem erzählte fand ich dass die Superman-Farben dann doch gut zu ihr passen würden… den Neffen heile auf die Welt zu bringen war in Anbetracht der Umstände halt eine Super-Woman Leistung! Die 150 g Sisu sind gut angelegt 🙂

Von den 100 g Fritidsgarn für Lovikka Fäustlinge habe ich schon hier erzählt, macht insgesamt also 759 g Stashabbau, allerdings auch 400 g Zuwachs.

Das Angora bedauere ich aber keine Minute, denn es ist eine wunderschöne Farbe und fasst sich wirklich toll an. Die meisten Garnhersteller haben inzwischen Angora aus Tierschutzgründen aus dem Programm genommen, wie mit den armen Hasen oft umgegangen wird ist wirklich absolut widerlich und sollte nicht ignoriert werden. Dieser Hersteller garantiert allerdings dass die Fasern absolut tierfreundlich gewonnen werden, und als klar wurde, dass ich mir ein neues Paar Mamelucker stricken muss…(bei 50% Wollanteil ist es auch nicht so warm, dass man eingeht)

Zwischenzeitlich hat sich dann noch meine schwedische Bonus-Mutter eingeschaltet, sie möchte auch ein Paar Super-Woman-Mamelucker für den Wintersport haben. Auch wenn die schwedische Saison natürlich länger ist, ich werd es erst zur nächsten schaffen 😉

 

Lange Rede, knappe Rechnung:

Alter Bestand: 390 g +
Verbrauch: 759 g –
Nachkauf: 400 g +
Aktueller Stand: 31 g Nettozuwachs