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Outdoorwolle

It’s the time of year…

giebelhausDas Wetter lässt es nicht vermuten, aber es ist nur noch etwa ein Monat bis Weihnachten. Seit dieser Woche hat der Weihnachtsmarkt in Münster auf, mit der vielen Beleuchtung und den Hütten mag ich unsere “gute Stube”, den Prinzipalmarkt besonders gern. Wenn die Giebelhäuser beleuchtet sind, und davor die kleinen Holzhütten Glühwein und Kunsthandwerk verkaufen.

Es war eigentlich immer meine liebste Zeit des Jahres, wenn kurz vor Weihnachten alle alten Freunde (und damals auch ich) wieder in die Heimat kamen, und warm eingemummelt über den Weihnachtsmarkt geschlendert sind. Und wenn’s nur für die spektakuläre Pommes beim Holländer war.

Seit meinem Unfall vor ein Paar Jahren bin ich aber zum Sommermensch geworden. Alles am Winter war auf einmal doof. Glühwein war wegen der Medikamente Tabu, auf Krücken bzw. nicht so sicherem Tritt danach sind so richtig kalte Tage eher Gefahr als Genuss. Menschenmengen auf rutschigem Kopfsteinpflaster sind mir bis heute etwas ungeheuer. Und wenn mir einmal kalt ist wird mir seitdem für Stunden nicht wieder richtig warm – mit ein Grund für’s stricken.

Meine Winteraktivitäten haben sich also verändert.
Einerseits verbringe ich weiterhin viel Zeit draußen. Nur anders. Mo braucht Bewegung, ich auch. Aber für die Hundetour braucht es so ganz andere Klamotten als für einen Glühweinstand oder den Stadtbummel.
Und zwar trage ich fast nur Wolle (bzw. andere tierische Fasern wie Alpaca und Cashmere).

Wieso?

moshe_walkingMo und ich spazieren zügig, einen Teil der Strecke laufen wir – so ein Jagdjunghund muss ja mal rennen können. Allerdings müssen wir am Anfang und am Ende an einer Straße ohne Gehsteig auch Autos ausweichen, daher gehen wir diesen Teil gemächlich und mit Leine. Jeder Jogger erkennt das Problem: erst gehe ich mit niedrigem Puls durch die Kälte, dann komme ich auf Touren, und wenn ich einmal richtig warm und verschwitzt bin verlangsame ich wieder und gehe langsam auskühlend durch den Wind nach Hause. Klingt nach einem Idealrezept für die fetteste Grippe aller Zeiten?!

Mach ich aber seit drei Jahren so. Und habe seitdem noch keine richtige Grippe gehabt. (Schniefnase oder ne Erkältung schon, aber nie schlimm genug um nicht wieder mit dem Hund rauszukönnen)

Ich behaupte es liegt an meinem Outfit. Oder besser gesagt: An der Wolle.

Mein wolliges Winter-Outdoor-Outfit:

wolloutfit2Eine Winterjacke würde mich zu sehr einschränken, außerdem würde es darin irgendwann zu warm. Also trage ich eine Weste mit Kapuze. Unter der Kapuze habe ich eine Wollmütze, dann kann ich die Kapuze abnehmen sobald mir zu warm ist. Diese Mütze ist noch ganz frisch, dazu sag ich ein andermal noch was.

Am Hals trage ich meistens mein Dimasq Tuch. Das ist groß genug um es so zu knoten, dass es beim laufen nicht abgeht. Wenn ich irgendwann die Weste aufmache, wärmt das Dreieck weiterhin den Brustbereich. Gestrickt aus Regia kann es außerdem jederzeit in die Wäsche – zum Glück, denn es ist schon ein paar Mal auf dem Boden gelandet. 

Unter der Weste trage ich einen Alpaka Pullover. Im Moment noch einen gekauften von vor gefühlten 100 Jahren, aber der Nachfolger ist auf den Nadeln. Und zwar wird es ein leicht abgewandelter Bedford aus Alpaca Cotton von Rowan. Die Maschenprobe stimmt natürlich überhaupt nicht, aber ich habe trotzdem Größe M gestrickt, so wird es ein Oversize Teil, genau wie ich es mag. Es fehlt eigentlich nur noch die Abschlusskante an der (im Original nicht vorhandenen) Kapuze, dann kann ich den Pulli endlich ausführen. Nur ist er inzwischen so groß, dass ich nur noch auf dem Sofa dran stricken kann, und aufs Sofa schaffe ich es im Moment sehr selten. Auf den Bedford werde ich morgen noch einmal zurück kommen, der ist nämlich einen eigenen Beitrag wert.bedford2

Die nächste Zwiebelschicht ist übrigens  gekauft, vor zwei Jahren habe ich mir die Longsleeves von Icebreaker aus 100% Merino gegönnt. Nicht billig, und auf den ersten Blick ein verrücktes Produkt. Wer trägt denn bitte Wolle zum Sport? Jeder der weiß, dass Wolle optimal temperaturausgleichend ist. Auch wenn man mal nassgeregnet wird oder wirklich vom Sport klitschnass geschwitzt ist, so ein Merinoleibchen hält noch lange warm. Das schafft kaum ein hypermodernes Supersonderfunktionsshirt aus noch so patentierten Spezialfasern. Und im Sommer hält es auch noch kühl: Meine Mutter hat sich mal solche Longsleeves als Sonnenschutz für einen Afrikaurlaub gekauft, da hab selbst ich gedacht sie übertreibt. Aber sie hat Recht behalten. Wolle ist toll. Übrigens garantiert Icebreaker, dass alle für sie geschorenen Merinos mulesingfrei und auch sonst unter tierfreundlichen Bedingungen leben – Daumen hoch!

Was ich eben über Supersonderfunktionsfasern gesagt habe… ich nutze sie schon auch. Und zwar an den Beinen: Laufleggins, 100% Kunstfaser. An den Beinen friere ich nicht so, da geht es mir um die Funktionalität. Unsere Route geht über Stock und Stein. Da bleibe ich mal an einem Zweig hängen, im Sommer wird man von Mücken überfallen, der Hund springt manchmal an mir hoch und und und. Die Leggins hält es aus. Für diese Leggins mache ich ausdrücklich eine Ausnahme, denn normalerweise versuche ich Kunstfasern komplett zu vermeiden, seitdem ich weiß dass diese Funktionsklamotten bei jeder Wäsche Fasern ins Grundwasser abgeben. So viele, dass man inzwischen Polyester in Getränken nachweisen kann. Die BrandEins hat letztens sehr interessant über die zwei Gründer von Guppyfriends geschrieben, die versuchen das Problem einzudämmen. Hoffentlich spricht sich das rum, denn nachdem ich mich dieses Jahr an unserem eigenen Brunnenwasser vergiftet habe (hallo dauerdüngender Nachbarbauer, ich schau dich an!!!!), mache ich mir wirklich noch mehr Gedanken was wir da alles unbedacht ins Wasser leiten.moshe_tired

Wenn ich nach unserem Lauf nach Hause komme ziehe ich nach einer warmen Dusche einen anderen Wollpulli und andere Wollsocken an, mache mir einen Kaffee und setze mich an meinen Schreibtisch*. Mo legt sich dann meist noch eine Runde hin. Meinen Laufpulli ziehe ich am nächsten Tag wieder an, denn Alpaka hat eine Selbstreinigungsfunktion, und nimmt so gut wie keine Gerüche an. Einfach nur aufgehangen, und das Teil ist am nächsten Tag so gut wie neu! Gewaschen wird er maximal 2x pro Winter.

sofa*Zugegeben…als es letztens so richtig kalt war saß ich mit Walkdecke und Arbeit auf dem Sofa – das Home-Office muss ja nen Vorteil haben 😉

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Auf den Nadeln September

Das große (Strick-) Rennen

Dieser Monat hat bereits die Nummer 9…Weihnachten kommt im Monat 12, die Monate vergehen dieses Jahr ganz klar schneller als in bisherigen Jahren, daher rufe ich heute den Beginn des großen Strickrennens 2015 aus 🙂

Auf der Startnummer #1: Dimasq der Schal

dimasqschal

Für den Dimasq KAL habe ich also ein drittes Mal mein Muster rausgesucht (Das Papier ist von 1 und 2 etwas mitgenommen).

Eigentlich hatte ich vor nochmal Stranded in Damascus zu stricken, aber diesmal mit Cardiff Small. Nach Maschenprobe und Probesteek war ich auch voller Vorfreude auf den KAL. Und dann kam der vernichtende Kommentar meiner Mutter…: “Aber schenk mir das bitte nicht zu Weihnachten, ich weiß nicht was ich mit noch einem Tuch soll.”

Na toll… Ja es stimmt, ich habe auch schon echt viele Tücher, und in Wirklichkeit komme ich jetzt schon nicht dazu alle zu tragen. Und so ein Cashmere Tuch muss sich ja schon lohnen.

Also neue Idee: Ein Schal! Trägt man viel häufiger, und wäre auch als Männergeschenk zu gebrauchen, plus der Garnverbrauch ist auch noch geringer! Mein erster Impuls war daher sehr sehr viele Maschen anzuschlagen und als Runde Stranded zu stricken, aber nur eine Musterwiederholung oder so. Dann die kurze Seite aufschneiden, und schon ist der Schal fertig. Aber die Rückseite sieht man beim Schal mehr als bei einem Tuch, und so hübsch sind die Flotten nun nicht. Außerdem haben Winterjacken oft Knöpfe, Reißverschlüsse, Haken, Ösen und und und zum Hängenbleiben. Nur Schal geht also eher nicht.

Nächste Idee war also ein passendes Stück Wollstoff an die Rückseite zu nähen. Aber die genau richtige Farbe zu finden würde schwierig. Außerdem wäre das nicht besonders stabil, also auch mehr so ein Showschal als ein Gebrauchsschal. Dafür stricke ich nicht. Ich will nützliches stricken.

dimasqschal2

Vorerst endgültige Idee daher: Ich stricke doch wieder Doubleface. Mit Cardiff Small. Der Blitz soll mich treffen, denn genau das habe ich noch vor wenigen Wochen als absolute Unmöglichkeit abgetan. Aber es geht. Als kleinen Clou mache ich aber diesmal nicht auf beiden Seiten das Muster, sondern stricke die Rückseite in uni. Den Effekt stelle ich mir schön vor, wenn mal einfarbig, mal Muster hervorblickt. Wir werden sehen.

Es klingt zwar erstmal überraschend, aber es war viel einfacher das Muster beidseitig zu stricken. In den Rückreihen sehe ich jetzt nur noch grau, und muss quasi blind ein Muster in linken Maschen stricken. Ich schwöre, mein Leben ist abseits der Nadeln nicht irre langweilig, ich denke mir nicht absichtlich Komplikationen aus um irgendwie über den Tag zu kommen 🙂 Mir gefällt nur der Anfang schon so gut, ich setze jetzt einfach auf den Übungseffekt und hoffe auf das Beste!

Die Startnummer #2: der blaue Unbenannte

Bereits im Urlaub auf den Nadeln, und inzwischen schon ein gutes Stück lang, mein Pullover in blauem Fine Art und Kidsilk Haze. Noch immer möchte ich nicht zu viel verraten, aber ich zeige euch schon mal wie toll die Farbe und der erste Eindruck ist. Der eigentliche Clou liegt aber woanders, vielleicht bin ich nächsten Monat so weit mehr zu verraten 😉

Maiglocke  in blau

Die beiden Garne zusammen machen auf jeden Fall richtig was her! Flauschig aber mit einer gewissen Stabilität, für mich eine gute Kombination. Der hohe Seidenanteil in beiden Garnen gibt einen tollen Schimmer, und irgendwie wird alles zusammen (Muster, Garne, Flausch, Schimmer, Form) hoffentlich ein traumhaftes Mädchenstück in blau.

Die Startnummer #3: Ein Hochzeitsgeschenk

In nunmehr etwa zwei Wochen heiratet eine meiner liebsten Freundinnen ihren absolut heiratswerten Freund. Diese Hochzeit wird das fulminante Finale meines Hochzeitsmarathons 2015 (alles ein Rennen dieses Jahr).

Das Hochzeitsgeschenk für die Braut wird ein Tuch, nach dem gleichen Muster wie schon zur Märzhochzeit, aber in komplett anderem Garn. Die Braut lebt in einem mittelalterlichen Gebäude direkt am Meer auf Sardinien (Ich weiß, schlimmes Schicksal ;-)). Da zieht es in den kälteren Monaten dann aber doch wie Hechtsuppe, und bis die beiden alle Renovierungen fertig haben braucht Morgan eher einen Wärmespender als ein Dekotuch. Also verstricke ich diesmal Kidsilk Haze mit einer Perlmuttfärbung, so bekommt sie beides.

Mosweddingshawl

Und wo bitte ist das Tuch?? Das soll bis Abflug in einer Woche fertig werden?

Jaaaaaaaa – die Startnummer #3 hinkt ein wenig hinterher… Aber das klappt schon! Tuet und ich haben diese Woche noch einen Stricknachmittag geplant, da kommt nen ganzes Stück dran – ich schwör!! Nach Überreichung zeige ich euch das gute Stück dann hoffentlich in all seiner Pracht.

Die Startnummer #4: Die Letzten werden die Ersten sein – Regia Pairfect Test

Schon im September fertig gestrickt ist mein letzter Teilnehmer im Strickrennen: Die Pairfect Socken.

bigfoot-pairfect

Und zwar hat Schachenmayer dieses Jahr das altbewährte Regia Sockengarn mit einem Clou versehen: Das Knäuel gibt zwei genau pairfect gleiche Socken her. Man braucht nicht mehr nach der richtigen Stelle im Musterverlauf zu suchen, sondern bekommt den Anfang vom Knäuel vorgegeben.

Das ist bestimmt nichts für die Experimentierfreundinnen unter uns. Aber wer gern Socken strickt, oder das Socken stricken noch lernen möchte, wer einen pingeligen Empfänger bestrickt, wer einfach nur die Hände vorm Fernseher beschäftigen möchte, oder oder oder: Das funktioniert richtig gut!

An der Banderole klemmt schon der Beginn des Fadens, der ins Innere des Knäuels führt. Am Ende vom gelben Stück fängt man also mit dem Bündchen an, sobald sich die Farbe ändert strickt man glatt rechts weiter. In meinem Beispiel waren 7 farbige Ringeln als Schaft vorgesehen, sobald man die Hauptfarbe erreicht beginnt man mit der Ferse. Dann weiter bis die gewünschte Schuhgröße erreicht ist. Danach wieder bis zum Ende des nächsten gelben Fadenstücks rausziehen, und das gleiche Spiel von vorn. Praktischerweise steht im Inneren der Banderole nochmal genau erklärt wie es geht, und es werden Maschenzahlen für die unterschiedlichen Schuhgrößen angegeben.

Um das Maximum aus meinem Knäuel rauszuholen habe ich direkt mal die Größe 46-47 ausprobiert, in der festen Annahme dann ein stark verkürztes Bündchen und einen überdimensionierten Fuß zu bekommen. Aber ich bin ehrlich gesagt wirklich positiv überrascht. Das Bündchen ist schön lang, auch BigFoot bekommt keinen Zug an die Fesseln 😉

Was ich nicht so toll finde: Man hat zweimal einen Rest. Insbesondere wenn man kleinere Größen strickt. Natürlich kann man diese Reste anderswo wieder weiterverwenden, aber erstmal hat man zwei kleine Miniknäuel rumliegen.

Wofür ich pairfect toll finde: Im Weihnachtsendspurt, im kommenden Kekse-Koma und im Glühweinrausch werden wir alle froh über ein einfaches Projekt nebenher sein. Die Farbmuster sind alle angenehm tragbar und vielseitig, so dass sich die Socken auch für wärmende Willkommensgeschenke zB. an die vielen Hilfesuchenden in unseren Asylantenheimen anbieten. Oder vielleicht habt ihr jemanden dem ihr schon immer mal das Socken stricken beibringen wolltet?

Die fertigen Pairfect Socken gefallen mir jedenfalls richtig gut. Und zufällig habe ich da so einen Bruder mit Riesenfüßen, und damit schon das erste Weihnachtsgeschenk eingetütet.

Das Pairfect Garn bekommt ihr übrigens auch bei mir im Shop, bisher nur in geringelt, demnächst kommt noch eine Art “Norwegermuster”. Um das Spenden / Verschenken zu fördern biete ich die Knäule bis Weihnachten 1 € günstiger an.

 

Hier geht’s ab zu Marisa’s Auf den Nadeln Aktion, euch allen ein schönes Wochenende!

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Auf den Nadeln Juli

Von Tüchern, Fröschen und Hochzeiten

Mann Mann Mann! Endlich ist es soweit: ich habe beide Varianten von Dimasq abgekettet. Das Doubleface muss noch in Form gebracht werden, dann gibt’s auch richtige Fotos.

Doubleface Dimasq

Seit einigen Monaten habe ich (allerdings nicht ausschließlich) an diesen Tüchern gestrickt, und in den letzten drei Wochen darüber einiges an Nerven verloren.

DimasqMo
Dem Bretönchen ist nie zu warm für etwas Dimasq

Parallel zum selber stricken schreibe ich ja auch noch an der Anleitung, und seit der Schwedenreise Ende Juni hat mein Mac erreicht, dass ich mehr Zeit im Freien verbringe. Bretönchen freut sich. Mein Schrittzähler auch…450.000 Schritte im Juni. Ich versuche es mit Humor zu nehmen.

Mo in Schweden
Ich schwöre: kein Photoshop, einfach nur schwedisches Wetter
Mein Mac und ich

Was passiert ist? Also die erstaunlich langwierige Telekomproblematik hat auch zur Folge, dass ich seit Monaten kein Backup gezogen habe. (Dank meiner Brüder geschieht das bei mir automatisch wenn meine Festplatte & mein Computer im gleichen WLAN sind. Aber: Kein WLAN, kein Backup.)

Jetzt langsam wollte der Mac nichts mehr neues speichern, und nörgelte bei jedem neuen (Strick)Bild, jetzt wäre aber wirklich bald die Festplatte voll.

Dann war sie voll. Natürlich genau als ich Dimasq speichern wollte. Also habe ich Bilder und Musik gelöscht, mal richtig aufgeräumt. Dabei kam dann der Vorschlag vom Mac ich könnte jetzt endlich mal mein vorsintflutliches Betriebssystem updaten, es wäre endlich genug Platz um Yosemite zu installieren…

Tolle Idee…dann machen wir das mal.

Yosemite unterstützt nun leider weder meine Version von Photoshop, noch den O2-Surfstick den ich mir für notdürftigen Kontakt zur Außenwelt kurz vorher besorgt hatte (LTE gibts bei mir theoretisch. Praktisch nur bei geöffnetem Fenster auf dem Dachboden). Dass es mit Yosemite noch schlechter geht, hab ich natürlich erst nachher gemerkt.

Also konnte ich mit Dimasq nochmal fast von vorne anfangen. Ohne Photoshop zum Bilder verkleinern. Den Treiber dafür wollte das schwedische Wald- und Wiesen-Handynetz auch nicht hergeben.

Die Abhilfe und ein neues Problem
Anleitung Dimasq
Für die Anleitung stricke ich noch einmal an…

Dann halt noch mehr am Tuch selber rumwerkeln, und Muster später in Angriff nehmen. Das hat leider bewirkt dass ich mit einer ordentlichen Handgelenksüberlastung heimgekehrt bin, und 10 Tage den Schongang einlegen musste – so wenig tippen wie möglich, gar keine Nadeln.

Diese Anordnung hab ich nicht 100% durchgehalten, aber mir selbst maximal noch eine Reihe an Tag erlaubt. So richtig kalter Entzug geht ja nicht, wenn man an der Nadel hängt 😉

Inzwischen geht’s dem Handgelenk wieder ganz gut, heute durfte noch mein Ostheopath drauf gucken, und jetzt sollte ich mit neuer Kraft ins nächste Projekt starten können.

Nächstes Projekt???

Jaaaa, also… Der Ravello Pullover hat noch 1,25 Ärmel zu ergänzen, das ist jetzt Prio 1. und dann sind meine Nadeln wirklich leer! Alle!

Ravello

Diesen Monat möchte ich aber noch das Strumpfband für die Hochzeit meiner Freundin Morgan fertig bekommen. Es soll ähnlich werden wie das letzte, aber diesmal in hellblau, und mit durchsichtigem Stretchband innen.

Apropos Hochzeit!

In Schweden war es einfach herzlich, entspannt und familiär, mitten drin zehn Babies und ein Hipster Pfarrer. Dem Brautpaar merkte man an, dass sie nichts mehr aus der Ruhe bringen kann. Die beiden haben mit einem dreimonatigen Sohn die Organisation gewuppt, und sahen aus als hätten sie noch genug Kraft um spontan einen Marathon zu laufen. Selbst das Brautkleid und den Baby Anzug hat meine Gastschwester noch selbst genäht. Die beiden darf man echt nicht als Messlatte nehmen, sonst bekommt man Minderwertigkeitskomplexe. Nebenbei bauen sie auch noch ihr eigenes Gemüse an, und (außerhalb der Elternzeit) arbeiten beide Vollzeit. Wow!

groda

Mein Geschenk bestand übrigens unter anderem aus einer Frosch-Handpuppe für Klein-Kaspar, denn seine Mama ist ein absoluter Frosch-Fanatiker. Leider habe ich kein Bild vom fertigen Frosch gemacht, aber vom Zwischenstand erkennt man schon was ich meine.

Und nu?

OriginalAran

Das nächste Projekt ist dann ganz für mich alleine. Ich möchte nämlich einen Zopfpulli aus Kindertagen nachstricken. Natürlich nicht einfach abkupfern, sondern eine femininere, modernere Variante (und in aktueller Größe) in meinem neuen Garn Cashmere Large austüfteln. Aber dazu bald mehr. Erstmal geht’s jetzt mit erholter Hand zurück ans Dimasq Muster!

Hier geht’s zu Marisa’s Linksammlung im Juli und hier zum Creadienstag. – Dafür dass meine Nadeln “leer” sind gab’s doch ne Menge zu berichten 🙂

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Reisevorbereitung

Vorfreude ist die beste Freude

Jede gute Reise beginnt doch eigentlich mit der Vorfreude, die hoch kommt sobald man sich für ein Ziel entschieden hat…

Unser Ziel steht ja jetzt auch schon fest: Dimasq.

Wir können also mit der “Reisevorbereitung” starten, und uns schon mal theoretisch mit Dimasq beschäftigen. Anstelle eines Phrasenbuchs mit dem Grundwortschatz unseres Gastlandes gibt’s aber für diese Reise andere Grundlagen zur Einstimmung:

Bei Technikfragen…

Ihr ahnt wahrscheinlich schon, dass wir für Dimasq ein paar Techniken brauchen, die über die Strickbasics hinausgehen. Und wie ich schon bei meinem Thistle-Résumé geschrieben habe: Vorbereitung ist die halbe Miete. Daher möchte ich euch in den nächsten Wochen ein paar Denkanstöße, Tricks und Kniffe zu den Tüchern vorstellen. Viele Blogger haben schon richtig tolle Tutorials geschrieben, auf deren Posts werde ich also verlinken. Nur wo ich das Gefühl habe, dass ich noch etwas hilfreiches ergänzen kann, oder wo ich partout keine deutschen Erklärungen finde, da werde ich mein Bestes geben und selber Erklärungen basteln.

Der erste Schritt: das richtige Garn

Für Stranded in Damascus habe ich Sockenwolle von Regia verstrickt

Auch wenn wir noch eine Weile mit Trockenübungen verbringen werden, so macht es doch Sinn, dass ihr euch schon einmal grundsätzliche Gedanken zu euerm Wunschgarn macht. Passend zum Start des KAL werde ich “Bausätze” mit geeigneten Materialien im Shop anbieten, mein heutiger HW Order Termin mit Rowan hat sich in der Hinsicht allein schon gelohnt! Aber falls ihr genaue Vorstellungen habt, ein absolutes Lieblingsgarn habt, oder, oder, oder, und ein anderes Garn nutzen wollt, dann wird es die Anleitung auch ohne Paket geben.

Leider sind nicht alle Garne gleich gut für die beiden Dimasq Tücher geeignet.

Einerseits muss man bei der Garnwahl überlegen wie widerstandsfähig das endgültige Produkt sein soll. Bei meinen Tüchern bin ich davon ausgegangen, dass ich mal irgendwo gegen stoße, sie etwas Reibung – denkt an Taschenhenkel – aushalten müssen, und dass sie am Hals leicht an Ketten und Haarspangen hängenbleiben. Mein Hund ist leider ein zusätzliches, grobmotorisches Risiko für so ein Tuch. Ergo: Belastbar muss die Wolle sein. 

Als nächstes stellt sich die Frage nach der Fadenstärke. Zum Glück ist die Maschenprobe bei Dimasq in Bezug auf Fadenstärke irrelevant. Das Muster würde theoretisch auch mit einer richtig dicken Wolle aufgehen. Theoretisch! Praktisch ergibt das zweifarbige Stricken bei beiden Methoden einen ordentlich dichten Stoff.

Dicht = warm. Dicht + dicke Wolle = ganz schnell zu warm. 

Aber zu dünn sollte das Strickgarn auch nicht sein. Für das rundgestrickte Tuch empfehle ich eine Stärke zwischen Sockengarn und dünnen Garnen wie Summerlite. (Hier eine Erklärung zu englischen Garnstärken). Wichtiger ist das aber beim DoubleFace Tuch! Ich habe Cardiff Cashmere benutzt, empfohlene Nadelstärke ist 3,5-4,5mm. Diese Empfehlung habe ich bisher immer gut befolgen können, aber beim DoubleFace Dimasq benutze ich zu diesem Garn jetzt eine 2,5mm Nadel, und ich könnte gut noch0,25mm runtergehen. Die Fadenspannung bei dieser Technik ist einfach loser. Sucht euch also besser kein zu dünnes Garn aus, wenn euch ein DoubleFace Dimasq vorschwebt.

 

Solltet ihr unsicher mit eurer Garnwahl sein, eine Maschenprobe ist sowieso ratsam! Aber dazu demnächst mehr…

 

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Equinox

Frühling!!!

Fast unbemerkt neben dem Sonnenfinsternisspektakel hat heute der Frühling angefangen!

Auch wenn es eigentlich nur ein Datum ist, gefühlt ist jetzt Ende mit Winterjacke. Endlich. Wobei das natürlich auch erstmal so klingt als würde jetzt das Strickzeug zugunsten von Gartenhandschuhen in die Ecke gepfeffert.

frühlingTatsächlich wird in den nächsten Wochen meine Terrasse verlegt, dann kann ich auch anfangen den Garten anzulegen. Bisher habe ich leider nicht besonders viel Talent im Gärtnern bewiesen. Um mich diesmal zu motivieren, locke ich mich mit meiner Schwäche für Obst und Gemüse: lauter essbares Grünzeug soll es werden. Drückt mir die Daumen dass mein “brauner Daumen” so ausgetrickst werden kann.

Das Strickzeug wird natürlich trotzdem nicht verstauben. Erstmal scheinen natürlich Stricken und Sonnenschein krasse Gegensätze zu sein, aber das täuscht. Jetzt locken Lace Tücher, Baumwollpullis und andere locker luftige Projekte.

Der Frühling beginnt astronomisch mit der Tagundnachtgleiche, Equinox, wenn Tag und Nacht genau gleich lang sind. Ab heute werden also bis zum Herbstanfang die Tage länger hell als dunkel sein. Eine schöne Aussicht.

equinox5Bei Ravelry gibt es auch ein Frühling Equinox Muster. Letzten Sommer war ich auf der Suche nach einem schönen Tuch für ein Fest, und habe das Muster mit Piura angeschlagen. Die gesamte Anleitung ist in sechs “charts” unterteilt, also in grafischen Darstellungen. Das fand ich sehr übersichtlich.

equinox6Zwar musste ich für das Fest noch auf das Tuch verzichten, denn ich habe fast einen Monat lang an diesem Projekt gesessen –  aber das lag am ewigen Zeitproblem, nicht am Muster. Für den Rest des Sommers habe ich das Tuch dann sehr gerne getragen, die halbrunde Form ist perfekt um die Schultern zu wärmen, wenn man abends noch auf der Terrasse sitzt.

 

Pünktlich zum Frühlingsanfang könnt ihr übrigens im Shop die Neuzugänge an Sommergarnen von Rowan begrüssen:

Creative Linen ist ein Baumwoll-Leinen Gemisch, das mich besonders mit seinen matten und doch sommerlichen Farben überrascht hat.

Summerlite besteht aus feinster ägyptischer Baumwolle. Ich habe eine ganz neue Wertschätzung für das Material, so habt ihr Baumwolle noch nie erlebt.

Truesilk ist wie der Name schon sagt wahre Seide, Maulbeerseide als Kettgarn. Hiermit plane ich ein Oberteil für die wirklich warmen Tage.

Und die wahre Überraschung ist Tetra Cotton: Im Knäuel fand ich das Garn noch etwas schräg gefärbt, aber verstrickt kommt die Kombination von drei Farbtönen richtig gut zur Geltung.

Jetzt also offiziell willkommen in der neuen Saison! Noch trage ich Wollpullis, Sonne leg dich ins Zeug…

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Auf den Nadeln März

Die Zeit rennt…

Huihuihui, da ist es schon Mitte März! Im Moment fliegt die Zeit wirklich an mir vorbei. Halber Monat rum, es wird Zeit für meinen Monatsüberblick / Beitrag bei Maschenfein:

America, the beautiful…

Anfang des Monats war ich etwas über eine Woche in den USA, die Hochzeit einer Freundin rief nach mir. (Mein Strumpfband war übrigens zu klein, aber es war in der Brauthandtasche bei allem dabei. Den enormen Muskelzuwachs vom regelmäßigen Hiking hatte ich nicht eingeplant.)

Abseits der Feierlichkeiten, der Aufregung, und den vielen Gesichtern aus der Vergangenheit, haben ein strickender Freund und ich die Zeit für Feldforschung genutzt. Schon lange vor Abflug hatten wir die Garnläden der Metropolregion Atlanta online ausgespäht, und uns für Yarning for Ewe als Ausflugsziel entschieden. Eigentlich wollten wir auch noch eine Alpakafarm etwas weiter nördlich ansteuern, haben aber wegen Schneewarnung dann doch lieber im warmen Zuhause gestrickt.

haulNatürlich konnte ich es nicht lassen, und habe zwei Stränge Wolle kaufen müssen…und zwei Ausgaben von PomPomQuarterly. Tom hat ein wunderschönes Sockengarn gekauft, das ich ihm nachträglich etwas neide. Aber der Farbverlauf war einfach zu perfekt für ihn, die beiden waren für einander bestimmt.

In der Crafts-Abteilung beim Barnes & Noble Buchladen habe ich außerdem noch zwei Strickbücher gekauft, eins mit schottischen Strickmustern, und einmal das von Marisa gelobte Buch zu Maschenanschlägen und Abkettmethoden.

Von der Strickperspektive bin ich also höchst zufrieden mit meinem Ausflug nach Atlanta. Allerdings wünschte ich im Nachhinein, dass die Hochzeit und mein Umzug nicht so nah bei einander gelegen hätten. Mitten im Kisten auspacken und Möbel bauen bin ich abgereist, und ist es mir sehr schwer gefallen einigermaßen zur Ruhe zu kommen. Jetzt wieder ins Chaos zurückzukommen hat auch noch keinen Seelenfrieden gebracht. Hoffentlich bald.

Aktuell komme ich (offensichtlich) kaum ins Internet, bis die Telekom den Anschluss gelegt hat vergeht wohl noch etwas Zeit. Die Abende als nicht-bloggen-könnender-Eremit haben aber einen großen Vorteil: Ich habe Zeit um die Nadeln zu schwingen.

Abgekettet:

Seit dem letzten Monatsrückblick habe ich also folgendes geschafft:

fluff2

Fluffy

Der pinke Fledermauspulli (freihändig – Anleitung folgt) ist fertig und für gut befunden. In Atlanta habe ich in schon probegetragen, leider ohne Fotobeweis. Der folgt dann demnächst.

fluff

Mir gefällt das pinke Fluffelteil richtig gut, besonders der Kontrast zwischen locker und eng ist klasse!

Auf den Nadeln:

Ravello zur blauen Stunde

Mein top-down Pullover Ravello von Isabell Krämer wächst. Er durfte nicht mit nach Amerika, da ich Angst um mein heiß geliebtes Woolfolk Garn hatte. (Wie erwartet hatte ich keine Probleme mit den Stricknadeln im Flugzeug, aber so weit geht meine Risikobereitschaft dann doch nicht!)

Ravello

Vom Muster musste ich geringfügig abweichen, da Woolfolk eine andere Maschenprobe hat, als das Originalgarn in der Anleitung. Ich habe also deutlich mehr Streifen gestrickt, auch weil ich den Effekt des Musters bis unter die Brust haben wollte. Jetzt geht es nur noch in dunkelblau weiter, an den Ärmeln wird dann wieder geringelt.

Im Hintergrund seht ihr eins meiner tollen Geschenke vom Strickfreund in Amerika. Er wohnt ganz in der Nähe von Fringe Supply in Nashville, und ich habe den mega praktischen Beutel bekommen!! (Außerdem noch die Garnpyramide – ein lang gehegter Wunsch meinerseits, der an den Frachtkosten stockte. Jetzt wird es doch noch mein neues Arbeitszimmer schmücken!)

Hopper fra skyggen til skyggen

Um mich über den Wolken trotzdem zu beschäftigen, durfte ein neues Projekt her. Diesmal ist nur ein Knäuel Garn auf die Reise gekommen, und zwar ein Testkauf aus Amerika aus dem letzten Herbst. Ich bin ja immernoch offen für neue Garne im Shop, und probiere daher viel aus. Auch das Muster ist eine Herumspielerei von mir, die mir dann so gut gefallen hat, dass ich gleich ein ganzes Tuch damit stricke.

brokenshadow

Die Mischung aus Löchern, Linien, und geschlossenem Gestrick erinnert mich etwas an den lichten Schatten unter den Baumkronen einer Allee. Irgendwann hat mal mein Großvater aus Norwegen im Hochsommer über die Hitze geklagt, und verkündet, er werde jetzt nur noch “hoppe fra skyggen til skyggen” (von Schatten zu Schatten springen). Wenn man das Tuch gegen das Licht hält, dann kann man auch mit den Fingern von Schatten zu Schatten hüpfen. Sobald der Hochsommer kommt werde ich also wie bestefar Schatten finden.

Kurz vor’m Anschlag:

planerad

Noch in der Planungsphase befindet sich mein nächster Streich. Ich arbeite an einem Entwurf für ein zweifarbiges Tuch mit einem geometrischen, arabisch angehauchten Muster. Bisher experimentiere ich noch mit Excel an der theoretischen Maschenverteilung, bald dann die nächsten Trockenübungen in Maschenproben.

Noch GEHEIM!

Außerdem tüftele ich an einem Projekt, dass hoffentlich das “Schlüpfgeschenk” für das Baby meiner schwedischen Gastschwester wird. Sehr zu meinem Entsetzen ist diese Schwangerschaft weitgehend unbemerkt an mir vorbeigegangen. Herzlichen Glückwunsch Jessica und Klas, ich freue mich wirklich sehr demnächst låne-moster zu werden!

 

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Lace ist Spitze!

Ein fliederfarbener Schwalbenschwanz

Als ich im Januar nach Mustervorschlägen für ein Lace Tuch gefragt habe, da hat Carina vom Häkelmonster eine echt traumhaft schöne Idee abgeliefert: Der Peacock Wedding Shawl. Das Muster passt wie Faust aufs Auge! Es soll ein Geschenk zur Hochzeit (“Wedding”) sein, und bei den Brauteltern daheim laufen Pfauen (“Peacock”) herum.

Danke liebe Carina, der Wedding Shawl landet auf jeden Fall noch auf meinen Nadeln! Leider nicht zu dieser Hochzeit, denn dieses Monstrum schaff ich bis zur Abreise nicht mehr. Es sei denn ich kuriere ganz flott mein Strick ADHS, und stricke ganz fokussiert nur noch Tuch. Und ganz ehrlich: Das kommt im Moment nicht in Frage, dazu machen mir meine Februar Projekte viel zu viel Spaß. Es kommen ja in der nächsten Zeit noch ein paar Hochzeiten.

Für die aktuellste habe ich also dann doch ein Muster von Ravelry genommen, das ich letztes Jahr schon mal für mich gestrickt hatte. Das Schwalbenschwanztuch in rot war mein erster Versuch Lochmuster zu stricken, und es hat so gut geklappt!

Ich hatte ja so meine Zweifel was Lace angeht…

Warum soll ich mir einen Schal stricken, der nicht wirklich wärmt? So ein Schultertuch sieht jawohl total nach Großmutter aus den Karpaten aus! Außerdem scheint das irre viel Aufwand zu sein!  Und: Dieses fisselige Garn macht doch bestimmt keinen Spaß auf den Nadeln!Lamana-Piura

Aaaaaber, Lamana hatte mir Piura zum ausprobieren geschickt, ich bin halt doch neugierig, und das Muster sah machbar aus. Auf los ging’s also los.

Fazit: Immer wieder!

Fisseliges Garn stimmt erstmal gar nicht. Auf den 4er Nadeln lässt sich Piura sehr gut hantieren. Überraschenderweise ist es vergleichsweise einfach mit Lochmustern extrem raffinierte Muster zu stricken, zum Beispiel im Vergleich zu Zopfmustern! Man muss Umschläge können, und auf drei Arten Maschen zusammen stricken können. Alles wird bei Youtube ausführlichst erklärt. Die Musterwiederholungen sind meist kurze Rapporte, die kann man sich wirklich gut merken.

 

Und auch wenn ein Lacetuch sicher keine passende Bekleidung bei -10°C ist, ein bisschen wärmen tut es schon. Außerdem schmückt es ungemein! Der Verbrauch für ein Schwalbenschwanztuch liegt dazu auch noch bei weniger als einem Knäuel, und wer kann da noch widerstehen?

KarpatenomiKarpatenomi hat übrigens auch noch keiner zu mir gesagt.

knüddeliges WollblubbDas tollste am Lace stricken – finde ich – ist der Effekt beim Spannen. Noch beim Abketten hat man des Gefühl einen unförmigen, löchrigen Blob gestrickt zu haben…alles ist irgendwie knüddelig. Aber dann!

Spannen ist Magie!

lace spannenBei Lacegarnen lasse ich das fertige Teil eine halbe Stunde in lauwarmen Wasser richtig vollsaugen. Gerade Alpakagarne brauchen immer eine Weile, bis sich alle Hohlfasern gefüllt haben. Danach wird sorgfältig, aber ganz sanft!!, ausgewrungen, und auf Spannmatten gelegt. Das Teil wird so lang wie eben möglich gezogen, und mit Spannnadeln in Form gezwungen. (Ich habe am Anfang gedacht, dass ich mit meinen Stecknadeln auskomme, und keine extra Spannnadeln brauche. Faaaaaaalsch! Rostflecken im Tuch sind echt schwer zu entfernen. 🙁 )

Dank Fußbodenheizung ist das Lacegarn schon nach ein paar Stunden eigentlich trocken, ich hab es trotzdem 24 Stunden liegen lassen. Insbesondere bei Geschenken gehe ich lieber auf Nummer sicher.

Man würde ja denken, dass das Tuch ohne Nadeln sofort wieder zusammenschrumpelt, aber nix da. Es bleibt in Form. Ein Hexenwerk.

schwalbenschwanz gespannt

Wichtig ist, dass man die losen Fäden erst nach dem Spannen vernäht, so bleibt die maximale Dehnbarkeit garantiert.

Wenn das Spannen nicht so nötig wäre, ich hätt’ den Riesenschal doch noch im Flugzeug fertig gestrickt und ne Schleife drum gebunden…aber Spannmatten nehm’ ich nicht mit in die USA. Soweit ist die Strickmanie noch nicht gekommen. Noch nicht.

 

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Wen die Distel sticht

Ein Loblied auf die gründliche Recherche

thistle nadelspiel

Diesen Monat hatte meine Mutter einen halbrunden Geburtstag zu feiern, und glücklicherweise hatte ich das perfekte Geschenk:
Im Oktober bin ich bei Pinterest über Pinneguris Tuch “Thistles” (Disteln) gestolpert, und habe direkt gedacht: perfekt für meine Mutter! Erstens friert sie auch immer so wie ich, zweitens liebt sie Tücher und Schals, und drittens kann sie abschätzen wie viel Arbeit dieses Geschenk war.

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Auf den Nadeln im Januar

Was strickt man nach den Weihnachtsgeschenken?

 

nadelnjanuarJetzt ist Weihnachten schon einen knappen Monat her, die Geschenke sind (fast) passend fertig geworden, und die Nadeln waren frei für was neues.
Waren?
Ja, also zugegebenermaßen war es eher ein fließender Übergang zu den 2015er Projekten:
Schon seit November war ich ja dran den Distelschal von Pinneguri zu stricken. Gedacht war er als Geburtstagsgeschenk für meine Mutter, fertig geworden ist er ein paar Tage zu spät. Aber genommen hat sie ihn trotzdem 😉thistlefinal

Auch schon fertig ist das Babygeschenk für den kommenden Nachwuchs von meinem Cousin. Sobald das Baby gelandet ist, geht das Paket zu den werdenden Eltern, und sobald es angekommen ist, stelle ich es hier ausführlich vor. (Auf die bloße Gefahr hin, dass die beiden Zeit haben vor lauter Nestbauerei noch Blogs zu lesen.)

Apropos Bauen: ich bin mitten im Umzug! Mein Megaprojekt 2014 ist so weit. Wenn es eine Jungsvariante von #aufdennadeln gibt, dann muss das so eine Baustelle sein. Da wird auch gewerkt und geschafft, und das Endergebnis verschlägt mir echt den Atem. Aus Wollknäueln etwas schönes machen – daran hab ich mich gewöhnt. Aber aus diesem verwahrlosten Haufen Schutt innerhalb eines Jahres ein Zuhause zu machen – das find ich immernoch famos!

Wahrscheinlich wird mein neuer Pulli zur Einweihungsfeier auch fertig sein. Mein locker luftiger Frühlingspulli… (Habe mich nun entschieden freihändig zu fahren, also doch kein Muster zu befolgen.)

Für meinen Garntest Wollen wollen habe ich außerdem noch zwei Maschenproben dazwischengeschoben. Das habe ich jetzt häufiger vor, denn nur anhand eines Fotos von aufgerollter Wolle bekommt man ja kaum einen vollständigen Eindruck von den Besonderheiten der Garne.

swatches

Ganz nebenbei bin ich im Moment auf der Suche nach einem schönen Muster für ein Lace Tuch, das ich als Hochzeitsgeschenk verschenken möchte. Habt ihr nen Tipp?
Die Braut steht total auf Blumen, ein florales Muster wäre also genau das richtige.Die Farbe habe ich schon mal entschieden: flieder

piura

Ach ja: diesen Monat bekomme ich auch noch Nachschub an Wolle aus Amerika mitgebracht. Damit plane ich (mal wieder) einen Pulli zu stricken. Aber erstmal fahre ich am Wochenende nach Berlin und schwinge in Gesellschaft die Nadeln. Hoffentlich hält das Wetter kein Schneechaos für mich bereit, sonst bleibt es beim digitalen Fortschrittaustausch auf Marisas Blog.

Und wieder einmal muss ich einsehen dass ich eigentlich Wolle horte. Leider gibt es im Januar nicht mehr genug Stunden um realistischerweise den Wollvorrat in Kleiderschrankinhalt zu verwandeln.

Daher: bis nächsten Monat! Dann hoffentlich mit Blick auf den “dekadenten Wollschrank” im neuen Arbeitszimmer.

 

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Man kann noch Wollen wollen I -Cardiff Cashmere

Oder: und was kann dein Garn so?

Ein frohes Wochenende erstmal, und direkt herzlich Willkommen in meiner neuen Stichfest Rubrik:

Wollen wollen

wollen

Als Volkswirtschaftlerin habe ich gelernt dass Informationsasymmetrien einen Markt stören. Also wenn eine Seite mehr über das Produkt weiß als die andere. Beispiel sind gern gebrauchte Autos und die Ungewissheit ob am Tacho gedreht wurde.
Bei meinen ersten Häkel/Strickansätzen hab ich mich beim Wolle kaufen auch als Opfer der Informationsasymmetrie gefühlt, vollkommen überfordert mit der Fülle an Informationen. Da werden Nadelstärken empfohlen, Verbrauchsmengen angegeben, Maschenproben geschätzt und Materialien angegeben, und ich war wirklich von Grund auf verwirrt.

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